Mentale Technologie und Psychologie - der Unterschied

Das Wort Psychologie kommt vom grch. „psyche“, Seele + „logos“, Wort; Lehre. Die Psychologie ist eigentlich also „die Wissen­schaft von der Seele“. Die Seele kann nach heutiger wissenschaftstheoretischer Auffassung jedoch kein Gegen-stand wissenschaft­licher Betrachtung sein – da sie sich der objektiven Beobach­tung entzieht, das heißt nicht für jeden beliebigen äußeren Beobachter sichtbar ist. So ist die Psychologie heute per Defi­nition „die Wissenschaft vom mensch­lichen Erleben, Verhal­ten und Handeln“.

In der Psychologie beschäftigt man sich daher mit seelischen Phänomenen – woher auch immer sie stammen. Der Psychotherapeut führt mit seinem Patienten Gespräche darüber, was er erlebt oder erlebt hat, wie und warum er sich in bestimmter Weise verhält oder warum er so handelt, wie er es tut, und wie er es ändern könnte.

Bei der Entwicklung mentaler Technologie haben wir unseren Blickwinkel erweitert. Nur weil die Seele nicht objektiv beobachtbar ist, müssen wir sie ja nicht ein für allemal aus der wissenschaftlichen Betrachtung ausschließen – zumal sie subjektiv, das heißt für die Person selbst, jeden Augenblick ihres Lebens erlebbar, fühlbar und beobachtbar ist. Mit anderen Worten, wir haben die Me-thodik verändert, so dass sie uns nicht daran hindert zu untersuchen, was uns interessiert. So haben wir bsw. die subjektiven Erfahrungen von Probanden und Klien­ten gesammelt und ausgewertet, um auf diese Weise zu allgemein­gültigen Aussagen zu kommen.

In der Analyse gehen wir von konkreten Problemen aus, auf die der Klient gegenwärtig seine Aufmerksamkeit gerichtet hat. Wir wenden uns an seinen Ver-stand: den „Rechner“, mit dem er das Problem bisher vergeblich bearbeitet hat. Wir beachten die Tatsache, dass wir nicht in seinen Verstand hineinschauen können. Er ist der einzige, der „Zugang zum System“ hat. Wir können ihm also nur Hilfestellung dabei leisten, das zu finden, was die Bearbeitung des Problems bisher behindert hat. Unsere Hilfestellung besteht darin, ihm geeignete Fragen zu stellen und ihn die Antworten finden zu lassen, mit denen er das Problem lösen kann. Und wir mischen uns niemals ein, wenn er dabei ist, seine Antworten zu finden.

Deshalb gibt es keinerlei Kommentare, Bewertungen, Abwertungen, Inter-pretationen, Deutungen oder gar Ratschläge vonseiten des Analytikers. Derartige Dinge würden den Klienten nur stören, seine Antworten zu finden; und das sind die einzigen Antworten, mit denen er sein Problem lösen kann. Wenn er den Analytiker fragt: „Was war denn gestern für ein Tag?“, ist die korrekte Antwort: „Schau nach! Es ist dein Verstand, den wir bearbeiten.“ Ansonsten wären wir zu einem Gespräch übergegangen.

Unser Untersuchungs- und Behandlungsgegen­stand ist die Seele, genauer gesagt der Verstand. Wir verändern Phänomene des „Erlebens, Verhaltens und Handelns“, indem wir seelische Inhalte selbst bearbeiten. Wir nehmen den direk-ten Zugang.

Nichts davon ist als Kritik an konventioneller Psychotherapie gemeint. Es gibt die Leute, die Gespräche mit einem guten Freund oder einem ebenso guten Psycho-thera­peuten brauchen. Daher bestehlt ja eine Voraussetzung für die Analyse darin, dass keine psychische Störung (Krankheit) vorliegt. Der Zweck mentaler Technologie war von Anfang an, Fähigen zu helfen, fähiger zu werden. Das ist es, was sie leisten kann.

Dass die Psychologie als solche ihren Untersuchungs- und Behandlungsgegen­stand nicht kennt und eine „Lehre von der Seele“ unserer Gesellschaft schmerz-lich fehlt, steht auf einem anderen Blatt.

 

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