Die Erde ist eine Scheibe

Das Universum ist nahezu unendlich groß. Es gibt unzählige Galaxien, noch mehr Sterne und noch viel mehr Planeten. Wie es aussieht, tragen viele Planeten Le-ben. Und einer davon ist die Erde.

Bis vor ein paar hundert Jahren „wussten“ die Leute: Die Erde ist eine Scheibe. Sie ist der Mittelpunkt des Universums. Die Sonne kreist um die Erde. Und die Sterne sind auf Schalen darum herum angeordnet.

Es war ein sehr beschränktes Universum, nur ein winziger Ausschnitt des tatsächli­chen. Dennoch hatten es Leute wie Kopernikus, Kepler und Galilei schwer, Akzeptanz für ihr neues Weltbild zu erhalten. Das alte war bedauernswert beschränkt, und es ließ keinerlei Fortschritte dabei zu, die Welt zu verstehen. Es war jedoch praktisch – solange man daran glaubte. Denn es ersparte einem, Din-ge zu beobachten, darüber nachzu­denken und all die Rätsel zu lösen, auf die man unweigerlich dabei stoßen würde.

Heute lässt sich auf dem „geistigen Weg“, den die mentale Technologie bereitstellt, verstehen, wer oder was der Mensch ist, welche Potentiale in ihm liegen, wie Pflanzen und Tiere gebaut sind, was überhaupt das Phänomen des Lebens ist, worin „der Sinn des Lebens“ besteht usw.

Doch die Leute „wissen“, dass sie mit dem Gehirn denken, dass Materie irgendwann Leben hervorgebracht hat und dass alles in grauer Vorzeit mit einem großen Knall angefangen hat. Sie „wissen“, dass der Mensch als Kind auf die Welt kommt und spätestens nach ein paar Jahrzehnten wieder von ihr geht und dass es Unsterblichkeit irgendeiner Art nur für Gene gibt.

Es ist ein Weltbild mit wissenschaftlichem Anspruch, auch wenn man sich nicht bei allem ganz sicher ist: „Dass das Gehirn den Körper steuert, wissen wir; doch was steuert das Gehirn?“ - „Dass das Leben Wasser braucht und Kohlenstoff, wissen wir auch; doch wie ist es entstanden?“- „Was war eigentlich vor dem Urknall?“ - „Und wohin dehnt sich das Universum aus?“ Es ist jedenfalls ein Weltbild, so hoffnungs- und perspekti­venlos, dass viele die religiösen Aspekte des alten - zumindest als Hoffnungs­schimmer im Hintergrund - noch nicht ganz aufgegeben haben.

Doch sie haben den Materialismus (die Annahme, dass Materie das einzig wirklich Existierende sei) mit der Muttermilch aufgesogen, und Wissenschaftler bestätigen ihn ihnen die ganze Zeit. So sind sie sehr misstrauisch, wenn man sie darauf hinweist, dass das nicht alles dazu sein kann: „Ja aber das lässt sich doch nicht wissenschaftlich beweisen … das kann man doch nur glauben … aber man könnte (mit einem Lächeln) sicherlich stundenlang darüber philoso­phieren.“ Sie scheinen einen irgendwie für einen „Esoteriker“, „Pseudowissenschaftler“ oder „Spinner“ zu halten. Und so halten sie sich unwissend und ahnungslos, unbedeutend und klein; und weil alle anderen das auch tun, fällt es nie­mandem auf.

Doch es gab zu allen Zeiten auch Leute, die sich nicht weismachen ließen, „nur Staub im Wind“ zu sein. Die Frage ist natürlich, was es ihnen genützt hat. Heute stehen die Chancen besser. Die Frage ist, ob Sie sie nutzen wollen.

 

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