Das Leben - und was wir damit zu tun haben

Lebewesen unterscheiden sich von toter Materie, indem sie Bewusstsein haben: die Fähigkeit, Dinge zu erleben. Es könnte im Falle von Flechten, Moosen oder Wasser­flöhen nicht allzu leicht erkennbar sein. Bei Hunden oder Katzen sind wir uns da wahr­scheinlich schon sicherer. Es gibt eben größere und kleinere Lichter.

Bewusstsein ist ein seelisches Phänomen. Materie kann kein Bewusstsein hervorbringen – jedenfalls nicht in diesem Universum. Jedes Lebewesen ist ein duales System, beste­hend aus Seele und Körper. Wenn und solange wir den Menschen als singuläres, sprich allein körperliches, System betrachten, bleibt vieles unverständlich, und wir haben eine Menge an Problemen damit. Das meiste davon wird verständlich bzw. lösbar, wenn wir ihn als das sehen, was er ist.

Das Leben ist ein ständiges Kommen und Gehen. Seelen werden geboren, leben ihr Leben, sterben und werden wiedergeboren - ein armer Tropf, der das nicht sieht. Es gibt kein Diesseits und kein Jenseits; es gibt nur den Raum des physikalischen Universums, in dem sich alles abspielt – Augenblick für Augenblick, die ganze Zeit.

Doch warum können wir uns nicht an frühere Leben erinnern, wenn wir immer wieder­kommen? Nun, beobachten Sie Ihre Kinder oder erinnern Sie sich an Ihre eigene Kind­heit. Die reinkarnierte Seele braucht zuerst ein Nervensystem einschließlich Wahr­nehmungszellen und -organen, um damit zu Wahrnehmungen zu kommen. Letztere bauen als Erinnerungen allmählich den Verstand auf, mit dem sie dieses Leben lebt: Dinge erlebt und ihr Verhalten und Handeln steuert. Die Energie dazu kommt aus dem Stoffwechsel des Körpers, was seine Hauptaufgabe ist. Spätestens wenn ihre Speicher­kapazität erschöpft ist – wenn der Speicher voll ist -, trennt sie sich von Verstand und Körper. Ihre Erfahrungen gehen nicht wirklich verloren, wohl aber in Form der Bilder, mit denen wir zu denken gewohnt sind. Reset!

Erkenntnisse jedoch beginnen nicht damit, dass man Antworten auf Fragen erhält -  sondern dass man die richtigen Fragen stellt. Die obige Frage bsw. trifft von vornherein nicht zu, weil sie davon ausgeht, dass wir Teil des Lebens sind: hoch entwickelte Lebe­wesen.

Siddhartha Gautama erkannte den Sachverhalt vor rund zweieinhalb Jahrtausenden. Er sah, dass alles Leben dem immerwährenden Zyklus von leben, sterben und wieder­geboren werden unterworfen ist. Und er sah, dass sich das geistige Wesen leicht mit einem dieser hoch entwickelten Lebewesen identifiziert und auf diese Weise selbst in diesem Zyklus gefangen wird.

Das geistige Wesen braucht im Grunde nichts und nieman­den. Doch es kann ent-weder wach sein oder schlafen – und damit in allen möglichen Schlamassel geraten. Zeit, aufzu­wachen!

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Ferninstitut für mentale Technologie - Es gibt keinen Ersatz für verstehen.