Die Teile des Menschen

Wer oder was ist der Mensch?

Sein offensichtlichster Teil ist der Körper. Er besteht aus Herz/Blutkreislauf-System sowie Lymphsystem zum Transport von Zellen und Stoffen, einem Atmungssystem zur Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von Kohlendioxid, einem Immunsystem zum Schutz des Körpers, einem Verdauungs­trakt zur Aufnahme von Wasser und Nahrung und Ausscheidung von unbrauchbaren Stoffen und Abbauprodukten zu Zwecken der Energiegewinnung und des Aufbaus körpereigener Stoffe und Strukturen. Er umfasst einen Bewegungsapparat, einschließlich Skelett, Muskulatur, Sehnen, Bändern und Knor­peln. Häute begrenzen die verschiedenen Gewebe nach außen und innen. Ein Geni­taltrakt ist zuständig für die Fortpflanzung.

Eine übergeordnete Rolle spielt das Nervensystem. Es besteht aus zwei Teilen. Das sensorische Nervensystem steht zusammen mit Sinneszellen und -organen im Dienste von Wahrnehmung und Empfindung (körperliche Wahrnehmung). Das motorische System leistet zusammen mit Drüsen der inneren Sekretion die willkürliche Bewegung des Bewegungsapparats sowie die unwillkürliche (autonome) Bewegung der Muskula­tur der inneren Organe.

Das sensorische Nervensystem bildet die Brücke zwischen Körper und Verstand, zunächst dessen erstem Teil: dem Bilderverstand. Mit der Ausreifung des Nerven­systems werden Wahrnehmungen und Empfindungen möglich, die als Erinnerungs­bilder mit allen beteiligten Wahrnehmungsmodi (sehen, hören, riechen usw.) gespeichert wer­den. Der Bilderverstand ermöglicht Auffassung und Denken. Er entwickelt Begriffe für wiederkehrende ähnliche Wahrnehmungen sowie motorische Schemata für wieder­kehrende ähnliche Bewegungsabläufe.

Begriffe und motorische Schemata erhalten Zeichen in Form von Wörtern. So entsteht, als Erweiterung des Bilderverstands, ein sprachlicher Verstand – der das schnelle und effektive Denken des Menschen ermöglicht. Weitere Expan-sionen des Bilder- und sprachlichen Verstands sind möglich. Ein Beispiel ist der musikalische Verstand des Musikers.

Der Körper und die verschiedenen Einheiten des Verstands existieren in einem Energie­feld. Paracelsus bsw. nannte es den „Archäus“, Ernst Stahl die „Anima“. Wir kön­nen es auch einfach die Seele (griechisch Psyche) nennen.

Die Seele ist Trägerin des menschlichen Bewusstseins. Die grundlegenden „Bewusst­seinsfärbungen“ entsprechen dem jeweiligen Überlebenspotential des Menschen. Sie werden als Emotionen – angefangen von Begeisterung bis zu Apathie – erlebt.

Der reflektierende Mensch jedoch besteht aus einer weiteren Entität. Die alten Ägypter nannten sie den „Ba“, die nicht ganz so alten Griechen den „Daimon“. Wir können sie, unserer philo­sophischen Tradition folgend, auch den „Geist“ oder das geistige Wesen nennen.

Das geistige Wesen schläft gewöhnlich mehr oder weniger. Es kann jedoch in Augen­blicken von höchstem Glück oder schlimmstem Entsetzen wach werden. „Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen“: so sagte es Siddhartha Gautama.

Das geistige Wesen ist die einzige Entität, die Energie aus sich heraus hervorbringen kann. Wenn es erwacht, entfaltet es seinen eigenen, geistigen Verstand – auf den ersten Blick dem mensch­lichen Verstand zum Verwechseln ähnlich.

Der menschliche Körper ist sterblich. Der menschliche Verstand ist begrenzt. Die Seele ist zeitlos. Das geistige Wesen ist ewig. Hätten Sie's anders gewollt?

 

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