Verborgene Potentiale

Wir sind es gewöhnt, uns Information anzueignen, wenn wir etwas lernen wollen. Ob in der Schule oder Universität, wir hören dem Lehrer oder Dozenten zu, und wir lesen die einschlägigen Schul- oder Lehrbücher. Manchmal kommen noch Lehrzeiten, Prak­tika u. ä. dazu, um den Umgang mit der neuen Information zu üben.

Daran ist nichts auszusetzen. Im Gegenteil, Bildung ist eine der Grundlagen persön­lichen und sozialen Wohlergehens. Doch die Erfolge halten sich in Grenzen, wenn die Fähig­keit der Leute, die Information aufzunehmen, zu verarbeiten und anzuwenden nicht bedacht oder unbedacht als unveränderlich angenommen wird.

Wir können mittels Tests zwischen unter­schiedlichen Ausprägungen von Fähigkeiten und Kenntnissen differen­zieren. Mit anderen Worten, wir können Normen ermitteln (z. B. der IQ 100) und darauf hin bei Versuchspersonen Abweichungen von der Norm feststellen (z. B. der IQ 90 oder 110). Doch wir sind nicht in der Lage, grundlegende Fähigkeiten, z. B. die Intelligenz, zu verbessern.

Schule und Ausbildung ändern wenig daran. Deshalb gibt es Lebensmittel­chemiker, die unsere Nahrung ruinieren, Elektrotechniker, die uns mit Elektrosmog zuschütten, Inge­nieure, die Atomkraftwerke bauen, usw. Sie können oder wollen nicht sehen, welchen Schaden sie mit der Information, die sie sich angeeignet haben, anrichten. Sie sind nicht in der Lage, über ihren Suppentellerrand hinauszuschauen. Deshalb ist es mit Ausbil­dung allein nicht getan.

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Wenn man im Jahre 2000 mit seinem Computer (PC) arbeitete, hatte man wahrschein­lich 256 MB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Auf der Festplatte waren es maximal 20 GB. Die Prozessorgeschwindigkeit betrug um die 700 MHz.

Neuere und komplexere Programme bereiteten regelmäßig Schwierigkeiten. Die Spei­cher reichten oft nicht aus, und die Programme liefen langsam oder gar nicht.

Das Bild hat sich in der Zwischenzeit völlig verändert. PCs haben heute mindestens 4 GB (4.000 MB) Arbeitsspeicher, 1 TB (1.000 GB) Festplatten-speicher und eine Prozessor­geschwindigkeit von 2,5 GHz (2.500 MHz). Das Problem ist heute eher die Beherr­schung der Programme.

Ihr eigentlicher PC (Personal Computer) jedoch ist Ihr Verstand. Er läuft 24 Stunden am Tag in wechselnden Modi (im Wach- oder Schlafbewusstsein). Sie arbeiten damit, ob Sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Wahrscheinlich aber hat er noch nie eine Wartung erhalten ...

Im Gegensatz zu dem PC auf Ihrem Schreibtisch hat Ihr „eigentlicher PC“ zwei Prozes­soren. Der eine kontrolliert den Körper und verfügt über mehrere Speicher („Komparti­mente“), insbesondere für Wahrnehmungen und Empfindungen und die Sprache. Der andere hat praktisch unbegrenzte Kapazitäten. Er ist, was Sie im Grunde sind. Das aller­meiste davon liegt gewöhnlich aber im Dunkeln des Unterbewussten – und Sie müssen das Licht anknipsen, wenn Sie sich darin umsehen und damit umgehen wollen.

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Die Leute mögen es nicht, wenn man sie ignoriert. Doch sie ignorieren ihren eigenen Verstand die ganze Zeit – ohne sich dessen auch nur bewusst zu sein.

Viel dazu beige­tragen haben natürlich unsere „modernen“ Wissenschaften vom Men­schen und vom Leben, die darauf beharren, dass Menschen oder Lebewesen nichts wären, was über ihren Körper hinausginge. Doch das ist in Wirklichkeit nicht „modern“, sondern ausge­sprochen rückständig. Und es hält ungeahnte Potentiale verborgen.

 

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Ferninstitut für mentale Technologie - Es gibt keinen Ersatz für verstehen.