Eine ganz gewöhnliche Art von Stress

Nr. 5 einer Artikelreihe über die Ernährung

 

 

Als ich ein kleiner Junge war, beobachte ich einmal, wie ein Bauer mit seinem Traktor über das an mein Elternhaus angrenzende Feld fuhr. Er hatte ein monströses, weit aus­ladendes Gestell an seinem Traktor befestigt. An dem Gestell war eine Reihe von Düsen angebracht, mit denen er die gerade ausgetriebenen Pflanzen besprühte. Ich fragte meine Mutter, was der Bauer da mache. Sie sagte: „Er besprüht das Feld mit einem Pflanzen­schutzmittel.“ Ich fragte nach, was denn so ein Pflanzenschutzmittel sei; und sie meinte: „Ein Gift, das Schädlinge abtöten soll, damit sie den Pflanzen nichts tun.“ Ich war entsetzt: „Dann essen die Leute später ja das Gift mit!“ Meine Mutter nickte stumm und schloss die Fenster. Ich sah noch oft, wie Bauern ihre Felder und sich selbst auf diese Weise einnebelten – und dachte mir: „So dumm können doch die Leute nicht sein!“

 

Einsame Elektronen

Später, als ich zur Schule ging, lernte ich: Wenn irgendwelche Stoffe mitein­ander reagieren, tun sie das aufgrund entgegengesetzter elektrischer Ladungen 1. Sie fügen sich stets so zusam­men, dass sie miteinander einen elektrisch neutralen und damit stabi­len Zustand errei­chen.

Im Kern von Atomen befinden sich Protonen. Jedes Proton trägt eine positive Ladung: es übt eine anziehende Kraft auf seine Umgebung aus. Um den Kern bewegen sich Elektronen. Jedes Elek­tron trägt eine negative Ladung: es bewegt sich mit einer Flieh­kraft vom Kern weg. Das Proton hält das Elektron auf seiner Bahn. Die Geschwindig­keit des Elektrons verhin­dert, dass es das Proton kontaktiert. Atome in ihrem natür­lichen Zustand sind in sich elektrisch neutral, weil sie genauso viele Protonen wie Elek­tronen haben. Die positiven und die negativen Ladungen heben sich gegenseitig auf.

Es braucht jedoch mehr, damit sich Atome auch nach außen hin neutral verhalten. Elek­tronen befinden sich im Atom nur auf solchen Bahnen, die bestimmte Abstände zum Kern haben. Sie bewegen sich auf sogenannten Schalen. Jede Schale bietet Platz für eine bestimmte Anzahl von Elektronen. Die innerste Schale kann 2 Elektronen aufneh­men. Wenn sie 1 Elektron hat, handelt es sich um ein Wasserstoff-Atom, wenn sie 2 hat, um ein Helium-Atom. Nur wenn die Schale vollständig besetzt ist, ist auch ein nach außen hin neutraler Zustand erreicht.

Deshalb reagiert das Helium-Atom nicht auf andere Atome oder Moleküle. Das Wasser­stoff-Atom hingegen ist sehr reaktionsfreudig; und deshalb kommt elementarer Wasser­stoff (Wasserstoff in Reinform) gewöhnlich als zweiatomiges Molekül vor. Jeweils zwei Atome bilden zusammen eine vollständige Schale.

Die zweite Schale kann 8 Elektronen aufnehmen. Es gibt jedoch nur ein Elektron auf der zweiten Schale, wenn die erste Schale vollständig besetzt ist. So hat das Lithium-Atom – das nächste in der Reihe der Elemente - 3 Elektronen: 2 Elektronen auf der ersten Schale und 1 Elek­tron auf der zweiten Schale.

Gleiche Ladungen stoßen sich gegenseitig ab; und da Elektronen die gleiche (negative) Ladung haben, ordnen sich jeweils 2 Elektronen so innerhalb des Atoms an, dass sie sich genau gegenüber befinden. Sie haben auf diese Weise die maximale Entfernung voneinander hergestellt. Elektronen bilden daher Elektronenpaare. Die Bahn, auf der ein solches Paar um den Kern läuft, heißt Orbital (vom lat. „orbs“, Gen. „orbis“, Kreis). Die erste Schale hat also 1 Orbital, die zweite Schale hat 4 Orbitale.

In der Reihe der chemischen Elemente werden die Orbitale einer jeden Schale zuerst jedoch mit nur einem Elektron besetzt, bevor es zu Paarbildungen kommt. Das heißt, dass 2 Elektronen auf der ersten Schale ein Elektronenpaar bilden, 2 weitere Elektronen auf der zweiten Schale zunächst aber ungepaart bleiben. Wir haben es mit ungepaarten Elektronen zu tun.

Das ungepaarte Elektron verlangt nach einer Stabilisierung, und die erhält es durch ein  zweites Elektron: die grundlegende Ursache chemischer Reaktionen. Das ist der eigentliche Grund, weshalb sich im obigen Beispiel die beiden Wasserstoff-Atome zu einem Wasserstoff-Molekül verbinden. Die beiden Wasserstoff-Atome haben jeweils nur ein einziges, ungepaartes Elektron. Im Wasserstoff-Molekül bilden beide Elektronen ein Paar. Aus dem gleichen Grund verbinden sich zwei Wasserstoff-Atome mit einen Sauerstoff-Atom zu einem Wasser-Molekül. Die beiden Wasserstoff-Atome haben jeweils 1 unge­paartes Elektron. Das Sauerstoff-Atom hat 8 Elektronen: 2 auf der ersten Schale und 6 auf der zweiten Schale; das sind ein Elektronenpaar auf der ersten Schale und zwei Elektronen­paare sowie 2 ungepaarte Elektronen auf der zweiten Schale. Im Wasser-Molekül hat das Sauerstoff-Atom mit jedem Wasserstoff-Atom ein Elektronen­paar gemeinsam. Das Wasser-Molekül hat somit einen stabilen Zustand.

 

Radikale

Ich lernte auch, dass die grundlegende Funktion des Körpers der Stoffwechsel ist: die Gewin­nung von Ener­gie aus den Nährstoffen der Nahrung: Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen 2. Die hauptsächliche Energiequelle sind die Kohlenhydrate. Was immer an Kohlenhydraten verzehrt wird, das Endprodukt der chemischen Reaktionen, genannt „Verdauung“, ist Glucose (vom gleichbed. frz. „glucose“; das vom grch. „glykys“, süß: auch „Trauben­zucker“).

Die Glucose wird in den Zellen mit Hilfe von Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser plus Energie umgesetzt. 1 Teil Glucose und 6 Teile molekularer Sauerstoff ergeben 6 Teile Kohlendioxid und 6 Teile Wasser, wobei Energie freigesetzt wird:

 

C6H12O6 + 6 O2 → 6 CO2 + 6 H2O + Energie

 

Die Glucose wird in der Zellflüssigkeit zu einfacheren Verbindungen abgebaut, der Rest geschieht in den Mitochondrien (Sing. Mitochondrium: vom grch. „mitos“, Faden + „chondrion“, Knötchen: kleines, kugelförmiges Gebilde, dessen Inneres unter dem Mikroskop an einen Fadenknäuel erinnert). Es sind die „Kraftwerke“ der Zelle. Jede Zelle hat, je nach Typ, zwischen einigen wenigen und einigen Tausend davon (aus­genommen sind die roten Blutzellen, die ganz mit dem Transport von Sauerstoff beschäf­tigt sind).

Doch nicht aller Sauerstoff wird vollständig zu Kohlendioxid und Wasser umgesetzt 3. Hin und wieder fängt sich ein Sauerstoff-Molekül lediglich ein Elektron ein, das es nun als ungepaartes Elektron mit sich trägt (siehe Abbildung 1). Wir nennen diese Form des Sauerstoffs Hyperoxid (vom grch. „hyper“, übermäßig, über- + „-oxid“: Sauer­stoffverbindung; zu neulat. „Oxygenium“, Sauerstoff). In der Formel O2• wird die Ladung des ungepaarten Elektrons mit einem Punkt symbolisiert 4.

Abb. 1: Links das Sauerstoff-Molekül, rechts das Sauerstoff-Radikal Hyperoxid. Das Schema zeigt jeweils die äußeren Schalen der Atome mit ihren Elektronen. Rot das ungepaarte Elektron.

Es kommt auch vor, dass sich ein Sauerstoff-Atom mit nur mit einem Wasserstoffatom verbindet. Das Ergebnis ist wiederum ein Molekül mit einem ungepaarten Elektron 5. Wir nennen diese Verbindung Hydroxyl (aus neulat. „Hydrogenium“, Wasserstoff + Oxygenium): •OH.

Sowohl Hyperoxid wie auch Hydroxyl sind äußerst reaktive Stoffe. Sie reagieren inner­halb von Sekundenbruchteilen mit allem, womit sie in Berührung kommen. Die Reak­tion besteht darin, anderen Stoffen Elektronen zu entreißen. Stoffe wie Hyperoxid und Hydroxyl werden deshalb (freie) Radikale genannt.

Der Körper ist jedoch auf die Radikalen eingestellt. Er verfügt über eine ganze Reihe von speziellen Enzymen (vom grch. „zyme“, Sauerteig: in der Zelle gebildete Stoffe, die chemische Reaktionen bewirken oder beschleunigen), die Radikale neutralisieren, im Falle von Hyperoxid und Hydroxyl über das Zwischen-produkt Wasserstoffperoxid zu gewöhnlichem Wasser und Sauerstoff abbauen 6, 7, 8, 9. Hier die Reaktion im Falle von Hyperoxid:

1. Das Enzym (es ist hier die Hyperoxiddismutase) gibt 2 Wasserstoff-Ionen (2 H+) an 2 Hyperoxid-Radikale (O2- + O2-) ab (das Radikal ist der Anschau­lichkeit halber hier mit einem Minus-Zeichen gekennzeichnet), was 1 Mole­kül Was­serstoffperoxid (H2O2) und 1 Molekül Sauerstoff ergibt:

O2- + O2- + 2 H+ → H2O2 + O2

2. Wasserstoffperoxid zerfällt zu Wasser und Sauerstoff. 2 Moleküle Wasser­stoffperoxid ergeben 2 Moleküle Wasser und 1 Molekül Sauerstoff:

2 H2O2 → 2 H2O + O2

Ein kleiner Teil der Radikalen – etwa 3 bis 10 % - entweicht dennoch in die Zellflüssig­keit. Hier reagieren sie mit anderen Stoffen, die dadurch ihrerseits zu Radikalen werden. Auf diese Weise können Kettenreaktionen ablaufen, bei denen Elektronen fortwährend ihre Besitzer wechseln. Die Reaktion schwächt sich zwar langsam ab, bis sie jedoch endgültig zum Stillstand kommt, können mehrere Hundert Einzelreaktionen ablaufen; und jede davon kann die Zelle oder eines ihrer Enzyme schädigen.

Denham Harman war in den 1950-er Jahren so beeindruckt vom Wirken der freien Radi­kalen, dass er glaubte, darin die Ursache des körperlichen Alterns gefun­den zu haben 10. Sein deutscher Kollege Michael Ristow zeigte später jedoch, dass eine gewisse Menge davon notwen­dig ist, um die Abwehrkräfte der Zellen aufrechtzuer­halten. Frühzeitiges Altern ist also sicherlich eine Auswirkung freier Radikaler, während das Altern selbst ein anderes Thema ist.

In der Tat gibt es Unmengen von freien Radikalen. Die meisten sind hoch reaktiv, einige eher reaktionsträge. Die heute übliche Lebensweise bringt es mit sich, dass der Körper ständig Angriffen von Radikalen ausgesetzt ist. Jede einzelne Zelle erhält täglich bis zu 10.000 davon 11. Die meisten Radikalen sind Sauerstoff-Verbindungen. Des­halb spre­chen wir von oxidativem Stress, dem der Körper ausge­setzt ist.

Die körperliche Abwehr reicht jedoch aus, um mit Radikalen fertig zu werden - solange man sie nicht ständig extremen Belastungen aussetzt. Der Körper nutzt sogar ihre Wir­kung. Bsw. stellen Fresszellen (eine Spezies der weißen Blutzellen) selbst Radi­kale her, um damit Bakterien und Fremdkörper zu zerstören.

Radikale kommen natürlicherweise auch in der Umwelt vor 12. Das Hydroxyl-Radikal (siehe oben) ist das reaktivste und bedeutendste Radikal in der Atmosphäre. Es ist wich­tig für den Abbau von Luftverunreinigungen (das „Waschmittel der Atmosphäre“). Andere sind eher Ergebnis der Umweltver-schmutzung, so die Chlor-Radikalen aus Fluorchlor­kohlenwasserstoffen (FCKW), die maßgeblich an der Zerstörung der globa­len Ozon-Schicht beteiligt sind – die sich zum Glück etwas erholt hat, seit die Verwen­dung von FCKW seit den 1990-er Jahren erheblich eingeschränkt worden ist.

Freie Radikale sind also keine Ausschussprodukte des Stoffwechsels. Eine gewisse Menge ist notwendig. Sie sind wie der Wind, der durch die Bäume streift und an Blät­tern, Zweigen und Ästen zerrt, um abzureißen, was krank oder abgestorben ist. Es geht also nicht darum, „böse“ Radikale auszumerzen; es geht vielmehr darum, ihre Aktivität auf ihr natürliches Niveau zurückzuführen.

 

Stoffwechsellagen

Freie Radikale entstehen natürlicherweise im Stoffwechsel der Zellen. Deshalb fallen um so weniger an freien Radikalen an, je weniger an Stoffwechsel stattfindet. Genau das scheint der Grund für die häufige Beobachtung zu sein, dass Leute nach Notzeiten mit knapper (aber vollwertiger) Kost körperlich relativ gesund sind.

Der menschliche Körper ist nicht dafür ausgelegt, Nahrung auf Vorrat aufzuneh­men. Er kann sich an extreme Situationen anpassen und hungern, wenn es wenig oder keine Nahrung gibt, und viel essen, wenn ein Überangebot zur Verfügung steht. Im allge­meinen jedoch ist es belastend für den Körper, ihm mehr zuzuführen, als er braucht. In der Tat ist es das, was C. D. de Langen als die erste Ursache der Zivilisationskrank­heiten fand: Überernährung. Sie ist mit mehr Stoffwechseltätigkeit und mehr freien Radikalen verbunden, die dabei entstehen.

Der Magen eines gesunden Menschen ist etwa so groß wie seine geballte Faust. Es ist also naheliegend, das als das ideale Volumen einer Mahlzeit zu definieren. (Wem das auf Anhieb als allzu wenig erscheint, möge darauf achten, das Volumen nicht mit dem Gemenge gleichzusetzen, das das Volumen ausfüllt. Das Gemenge liegt im Magen – so sollte es zumindest sein – zerkaut und somit in sehr dichter Form vor.)

Bei Überschreitung dieses Volumens wird der Magen überdehnt – was als „Völlegefühl“ wahrnehmbar ist (wir haben es also schon immer „gewusst“). Ein Teller Suppe, ein paar Antipasti, ein Berg Spaghetti bolognese und ein Tiramisu nebst zwei Gläsern Wein werden den Magen wahrscheinlich spren­gen. Sein Inhalt wird sich entweder zur Speise­röhre oder zum Dünndarm hin Aus­gang verschaffen. Im ersten Fall gibt es Sodbrennen, im zweiten Fall gelangt unbearbei­teter Nahrungsbrei in den Dünndarm. Bei gewohn­heitsmäßiger Völlerei erschlafft die Magenmuskulatur, und es kommt zu einer dauer­haften Vergrößerung des Magens – was die obige „Faustregel“ natürlich außer Kraft setzt.

Werden beim Essen reichlich Getränke zugeführt, muss der Magen natürlich mehr an Verdauungssäften produzieren (wenngleich er stets eine Gasse für Flüssigkeiten frei­hält). Jose Bergher empfiehlt deshalb Wasser, Obst- oder Fruchtsäfte 1/2 Stunde vor dem Essen oder 2 Stunden nach Obstmahlzeiten, 3 1/2 Stunden nach Kohlenhydrat-Mahlzeiten und 5 Stunden nach Eiweiß-Mahlzeiten. Es handelt sich dabei schlicht und einfach um die jeweils durchschnittliche Verweildauer der Nahrung im Magen. Günstig ist daher auch das „Wasserfrühstück“: reichlich (mineralfreies) Wasser am Morgen, auf den nüchternen Magen.

Mehr an Stoffwechsel führt notwendigerweise zu mehr an freien Radikalen. Arbeit – körperlicher wie mentaler Art – kann diesen Nebeneffekt haben. Man muss sich nicht gleich aufs Faulenzen verlegen, aber Placke­rei hat noch niemandem gut getan. Phasen der Erholung sind wichtig.

Natürlich treibt auch Sport den Stoffwechsel an; und natürlich kann Sport genauso wie Arbeit in körperliche Strapazen ausarten. Gewöhnlich aber wird es nicht dazu kommen, da man es freiwillig tut – und eine gewisse Menge an freien Radikalen ist ja notwendig. Sport ist eine der Grundlagen körperlicher Gesundheit. Gymnastik lockert den Bewe­gungsapparat. Laufen und schwimmen bringen Bewegung in den Körper und fördern die Ausleitung von Schlacken und Giften. Krafttraining stärkt die Muskulatur. Doch nach dem Sport ist ein Aufenthalt im „Wellness-Bereich“ eine gute Idee.

Was Stress betrifft Stress im Sinne von mentaler Belastung - so scheint es entschei­dend, wie er erlebt wird. Stress, der mit der Möglichkeit einhergeht, Dinge zu kontrol­lieren und Probleme zu lösen, wird als angenehm empfunden. Auf eine Phase der Anspannung folgt eine Phase der Entspannung; und kein Schaden entsteht. Wenn man aber ständig in der Wirkungs­position ist, wenn man keine Möglichkeit sieht, die Proble­me in den Griff zu bekom­men, und wenn man die Anspannung ständig aufrecht­erhalten muss, ob man will oder nicht, wird der Stress zum Albtraum. Und es ist diese Art von Stress, der sich wahrscheinlich früher oder später körperlich mani­festieren wird.

 

Pestizide

Eine externe Quelle freier Radikaler sind die Gifte, die die Bauern auf ihre Felder ausbringen – hier sind sie also wieder 13-16. Man nennt sie „Pflanzenschutzmittel“, wenn man von „Pflanzenschutz“ spricht; man nennt sie „Biozide“ (vom grch. „bios“, Leben + lat. „caedere“, töten), wenn es um „Schädlingsbekämpfung“ geht. Das geläufige Wort dafür ist Pestizide (lat. „pestis“, Seuche).

Es gibt verschiedene Arten von Pestiziden: „Herbizide“ (lat. „herba“, Pflanze) gegen Pflanzen, „Fungizide“ (lat. „fungus“, Pilz) gegen Pilze, „Insektizide“ gegen Insekten, „Bakterizide“ gegen Bakterien usw. Gemeint ist damit natürlich nicht, dass bsw. Herbizide aus­schließlich gegen Pflanzen wirken; Pflanzen sind lediglich die primären Ziel­organismen. Das Synonym „Pflanzenschutzmittel“ klingt zwar harmloser, doch Pesti­zide sind, was das Wort sagt: Gifte. Rückstände davon in Lebensmitteln wirken auch beim Menschen als solche, bestenfalls nur auf lange Sicht.

„Grenzwerte“ können immer nur Kompromisse sein – denn wie sollte es wirklich unbe­denklich sein, geringe oder geringste Mengen eines Gifts oder eines Gift­gemisches die ganze Zeit zu sich zu nehmen? Genau das ist einer der Gründe, weshalb es Reform­häuser und Bioläden gibt. „Bio“ ist kein Synonym für „gesund“, aber echte Bioware unterscheidet sich von gewöhn­licher Supermarktware u. a. dadurch, dass sie keine Pflanzengifte enthält.­

Die meistverwendeten Pestizide sind Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat 17, 18. Die Ver­bindung wurde erstmals 1951 von dem Schweizer Chemiker Henri Martin hergestellt. Nachdem zwei Jahrzehnte lang niemand irgendetwas damit anzufangen wusste, griff das amerika­nische Unternehmen Monsanto (jetzt Bayer) die Formulierung auf und erhielt 1974 das Patent dafür. Glyphosat kam noch im selben Jahr als Wirkstoff des Herbizids Roundup auf den Markt.

Monsanto vertrieb sein Produkt danach in etwa 130 Ländern V1. Es wurde überaus beliebt, weil es ein „Breitbandherbizid“ ist, das heißt alles Unkraut ohne Unterschied vernichtet. In der EU besteht eine aktuelle Zulassung bis zum 31. Dezember 2022. Da die Patente von Monsanto mittlerweile in den meisten Ländern ausgelaufen sind, kommt nun etwa die Hälfte des Angebots aus China.

Laut Amerikanischem Neurologen-Verband („American Neurological Association“) haben Landwirte und Kleingärtner, die mit Pestiziden umgehen, ein um 70 % erhöhtes Parkinson-Risiko. Prostatakrebs, bösarti-ge Veränderungen der Lymphbahnen und des Knochen­marks stehen mit zunehmen-der Sicherheit im Zusammenhang mit Pestiziden. Blasenkrebs ist eine typische Winzerkrankheit.

Das ZDF berichtete von einem französi­schen Bauern, der 2004 einen Unfall mit dem Herbizid Lasso hatte. Es handelt sich um ein weiteres Produkt aus dem Monsanto-Sortiment (mit dem Wirkstoff Alachlor) - das allerdings seit 2006 in der EU verboten ist.  Die Sonne hatte einen Behälter mit dem Pflanzengift erhitzt. Beim Öffnen des Behälters atmete der Bauer den ausströmenden Dampf ein. Er wurde bewusstlos und kämpfte wochenlang um sein Leben. Danach hatte er chronische Migräne, Sprachstörungen, Nieren­probleme u. a. In den Familien argentinischer Tabak- und Soja-bauern, die jahrelang Glyphosat eingesetzt haben, kommen vermehrt behinderte Kinder zur Welt. Die Hersteller führen gesundheitliche Schä­den gewöhnlich jedoch auf „inkorrekte Anwendungen“ zurück.

Glyphosat wird nicht nur als Unkrautvernichter eingesetzt, sondern auch um den Reifepro­zess zu beschleunigen. Das Verfahren heißt Sikkation (vom lat. „siccatio“, Austrocknung; zu „siccus“, trocken). Immer mehr Bauern besprühen Getreide, Raps, Kartoffeln usw. kurz vor der Ernte. Sie trocknen die Pflanzen auf diese Weise aus, um ihre Reife zu beschleu­nigen. Auch deshalb ist der Verbrauch von Glyphosat in Deutschland zwischen 2002 und 2012 um 30 % gestiegen.

Glyphosat-Rückstände liegen auf Feldern und Weiden. Bei Unter­suchungen von Zuchttier­beständen wurde Glyphosat im Urin der Tiere nachgewiesen. Leber-, Nieren- und Muskel­schäden wurden festgestellt. Kontaminiertes Stroh darf deshalb nicht mehr an Tiere verfüt­tert werden. In Deutschland wurde Glyphosat auch schon im Urin von Menschen gefun­den. Es ist also in der Nahrungskette ange­kommen. „Prüfungen internationaler Zulassungs-behör­den [haben] immer wieder ergeben, dass Glyphosat keinerlei unzu-mutbares Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt“, meinte jedoch die AG Glyphosat (Monsanto) dazu.

Lebensmittelkontrollen werden von jedem Bundesland nach eigenem Ermessen durch­geführt. Untersuchungen auf Glyphosat werden bisher selten bis überhaupt nicht gemacht. Bei Linsen betrug die Höchstgrenze an Glyphosat 2008 noch 0,1mg/kg. Bei Kon­trollen wurden jedoch höhere Rückstände gefunden. Wenig später wurde der Wert auf 10 mg/kg – um das 100-Fache - an­gehoben. Weitere Beispiele: Mais: von 0,1 auf 3 mg/kg; Leinsamen: von 0,2 auf 10 mg/kg; Weizen: von 0,1 auf 10 mg/kg; Hafer: von 0,1 auf 10 mg/kg; Soja: von 0,1 auf 20 mg/kg. Je mehr an Glyphosat in einem Lebensmittel gefunden wird, desto höher also der Grenzwert. Die Grenzwerte sind am höchsten bei den Lebens­mitteln, die am meisten ver­zehrt werden: bei Getreide.

Die zulässigen Höchstwerte für Pestizide werden heutzutage durch die EU-Kommission festgelegt. Sie folgt dabei in aller Regel der Europäischen Behörde für Lebensmittel­sicherheit („European Food Safety Authority“), kurz EFSA. Auf deren wissenschaftliche Empfehlung erhöhten die EU-Kommissare 2012 den Wert für Linsen (siehe oben).

Es gibt auffällig viele personelle Wechsel zwischen Behörden und Herstellern, offen kom­muniziert auf der Website der EFSA. Im EFSA-Gremium für Pestizide haben mehr als die Hälfte der Mitglie­der enge Verbindungen zu Pestizid-Herstellern wie BASF, Bayer oder Syngenta. Die EFSA macht kein Geheimnis daraus.

Es gibt allem Anschein nach also Leute, die ein Interesse daran haben, dass die Produkte verkauft werden, die sie selbst in den Ausschüssen auf ihre Sicherheit begutachten sollen. Ein anderes Beispiel für die Arbeitsweise des EFSA: Jemand verlässt die EFSA-Abteilung, die für genverändertes Saatgut zuständig ist, und wechselt zu Syngenta, einem der großen Pestizid-Hersteller. Jetzt betreibt er Lobby-Arbeit bei seinen ehemaligen Kollegen.

So kam es auch zur Anhebung des Grenzwerts für Glyphosat in Linsen 2012. Monsanto fragte bei der ESFA an, ob man den zulässigen Höchstgehalt von Glyphosat in Linsen nicht ein wenig anheben könnte. Und die EFSA entsprach der Anfrage mit einer wissenschaftli­chen Exper­tise. Wenn mehr Glyphosat in Lebensmitteln gefunden wird, sagt die EFSA gewöhnlich: Ja, das ist unbedenklich. Die EFSA selbst versichert jedoch die Unabhängig­keit ihrer wissenschaft­lichen Mitarbeiter und Sachverständigen.

Die Gesetze für Europa werden im EU-Parlament geschrieben. Hier kommen 1.500 Lobby­isten (Interessenvertreter der Wirtschaft) auf 765 Abgeordnete und 28 Kommissare der EU. Ein Bei­spiel für die Vorgehensweise von Lobbyisten: Ein Verein, der sich der „pflugfreien Boden­bearbeitung“ verschrieben hat, z. B. die Gesellschaft für konservierende Bodenbear­beitung (GKB) e. V., klärt einen der Abgeordneten über die vermeintlichen Vorzüge der Methode auf. Er möchte erreichen, dass Bauern, die auf den Pflug ver­zichten, öffentliche Fördergelder für Umweltschutz er­halten. Eines der Gründungs- und För­dermitglieder der Gesellschaft war Monsanto.

Die EU-Parlamentarier prüfen lediglich die vorgelegten Studien der Chemie-Firmen. Sie entscheiden über viele Milliarden an Fördergeldern. Einige davon fließen in landwirtschaft­liche Umwelt­programme. Die Länder der Europäischen Union fördern damit u. a. die „pflugfreie Boden­bearbeitung“. Sie soll den Boden schonen.

Lobbyisten ist es tatsächlich gelungen, die vermehrte Ausbringung von Glyphosat als umweltschützende Maßnahme im Rahmen der „pflugfreien Bodenbearbeitung“ zu verkau­fen. So werden Steuergelder, die eigentlich dem Umweltschutz dienen sollten, dafür ausge­geben, dass die Bauern noch mehr Glyphosat verstreuen. Es gibt Bundesländer, die 160 Euro pro Hektar für die „pflugfreie Bodenbearbeitung“ zahlen. Und 2017 verlängerte die EU die Zulassung von Glyphosat.

Die ehemalige Chefin der AG Glyphosat meinte, befragt nach einem mög­lichen Verbot von Glyphosat: „Der Wirkstoff ist so wichtig für die Landwirtschaft – und wir nennen das nachhaltige Landwirtschaft – weil er so einen großen Beitrag leistet, dass die Landwirt­schaft definitiv heute nicht darauf verzichten kann.“ Auf die Frage nach möglichen Gesund­heitsschäden antwortete sie: „Ich frage: Ist das, was bei mir ankommt oder durch mich durchgeht, sicher oder nicht? Hat es einen Einfluss auf meine Gesundheit? Und wenn mir Behörden und Her­steller versichern, dass es das nicht hat, da sage ich, dann kann der Verbraucher dem auch getrost trauen.“ Man könne also davon ausgehen, dass zugelassene Pestizide keine bedenk­lichen Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt haben. Das gelte für alle zugelasse­nen Pestizide.

Es gibt eine Unmenge an Untersuchungen zum Thema Glyphosat. Die einen warnen vor drastischen Auswirkungen, die anderen sprechen von „Unbedenklichkeit“. Doch während sich kaum jemand darum kümmert, „stellt dieselbe Industrie, die Glyphosat zu einer vermeintlichen Notwendigkeit macht, auch das gentechnisch veränderte Saatgut her, das gegen Glyphosat unempfindlich ist und somit einen dauerhaften Bedarf für die Che­mikalie schafft“ (L. J. Devon) 18. Die Geschichte könnte aus dem Verstand eines dem Alkohol zugetanen  Krimischreibers stammen - tut sie aber nicht.

30.000 Tonen verschiedener Pestizide werden jährlich in Deutschland ausgebracht. Pflanzen und Tiere verschwinden in den verseuchten Gebieten. „Pestizide sind der Haupt­grund für den Rückgang der biologischen Vielfalt“, meint das Umweltbundesamt. Rund ein Viertel der noch existierenden Tierarten ist vom Aussterben bedroht – und Menschen arbei­ten unbeirrt daran, dass das bald auch auf sie zutrifft.

Abb. 2:Ein Bauer und sein Kartoffelfeld. Und ich hatte mir gedacht: „So dumm können doch die Leute nicht sein!“

Antibiotika (vom grch. „anti“, gegen + „bios“, Leben) sind so etwas wie die Pendants zu Pestiziden in der Tierhaltung 16. Sie sollten eigentlich nur eingesetzt werden, wenn Tiere tatsächlich krank sind oder werden könnten. Die Realität sieht aber anders aus. In Deutschland wurden 2013 rund 750 Millionen Euro für Tierarzneimittel, davon etwa 180 Millionen für Antibiotika, umgesetzt.

Antibiotika werden hierzulande insbesondere bei Schweinen und Geflügel verwendet. In der Hähnchenmast werden etwa 95 % der Tiere mit Antibiotika behan­delt 19. Tieri­sche Erzeugnisse und Produkte dieser Art sind auf die Dauer sicherlich nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. Der Bioladen ist hier wiederum eine gute Idee.

Die Leute konsumieren Antibiotika in erster Linie jedoch in Form von Medika­menten. Sie sollen – wie bei der Tierhaltung - unerwünschte Bakterien dezimie-ren. Leider tun sie das aber auch mit den Bakterien der Darm­flora. Es wäre also stets abzu­wägen, was das kleinere Übel ist: der Schaden, der durch das Anti-biotikum oder ohne das Antibiotikum entstehen könnte. Andere Medikamente, Alkohol und Drogen ergän­zen die Liste der Lieferanten freier Radikaler.

 

Rauchen

Zigaretten gehören nicht unbedingt zum Thema Ernährung – wenngleich Zigaretten oft zum Essen gehören. Doch Partikel des Zigarettenrauchs gelangen genauso wie Bestand­teile der Nahrung ins Blut und werden mit dem Blutstrom transportiert. Der eine Weg beginnt im Darm, der andere in der Lunge; das Transportsystem ist dasselbe.

Dass Rauchen die Lunge belastet, ist trivial. Das bedarf hier also keiner Erörterung. Doch mit dem Zigarettenrauch werden erhebliche Mengen an freien Radikalen aufge­nommen 16. Ein einziger Zug an einer Zigarette enthält etwa 1015 (eine Billiarde) davon. Wie kommt das? Der Rauch stammt aus der Verbrennung mit Sauerstoff; und dabei werden nun einmal mengenweise Sauerstoff-Radikale freigesetzt. Was davon ins Blut gelangt, wird im Körper verteilt. Deshalb ist es eigentlich auch müßig, über „die gesundheitlichen Risiken“ des Rauchens zu diskutieren. Freie Radikale richten ihren Schaden dort an, wo die Schwachstellen des Körpers sind. Mattigkeit und ein gesteiger­tes Schlafbedürfnis zeigen an, dass er zu kämpfen hat. Wenn es ihm nicht mehr möglich ist, die Schäden zu kompensieren, wird er krank.

E-Zigaretten enthalten zwar nur geringe Mengen an freien Radikalen 39. Eine der wenigen Studien, die es bisher dazu gibt, zeigt jedoch sehr deutlich, dass man damit nur vom Regen in die Traufe kommt. Probleme dürfte vor allem Propylenglycol als Bestandteil der „E-Liquids“ bereiten 40. Propylenglycol wird z. B. als Feuchthaltemittel und Weichmacher in Hautcremes, Zahnpasta und Deos verwendet. Als Lebensmittelzusatzstoff (E1520) ist es ausschließlich für Kaugummis und Aromen bei einer maximalen Verzehrmenge von 24 mg pro kg Körpergewicht und Tag zugelassen 41. Werkstoff-Sicherheitsdatenblätter warnen Benutzer vor Hautkontakt mit Propylenglycol, da es die Haut stark reizt und zu Leber­anomalien und Nierenschäden führen kann 42.

Zigaretten, Kaffee und Alkohol lassen die Leute frühzeitig altern. Das Problem mit den Zigaretten wird natürlich durch eine ganze Reihe abhän­gigkeitsfördernder Zusatz­stoffe ver­stärkt 20.

 

UV-Strahlung

Elektromagneti­sche Strahlung gehört natürlich genauso wenig wie rauchen zum Thema Ernäh­rung. Das eine wie das andere hat jedoch mit freien Radikalen zu tun. Ein Unter­schied besteht darin, dass mit elektromagnetischer Strahlung keine freien Radikalen auf­genommen, sondern vermehrt im Körper gebildet werden.

Freie Radikale entstehen vermehrt durch starke Sonnenstrahlung. Letztere bildet in ihrer Gesamtheit das elektromagnetische Spek­trum (siehe Abbildung 3). Kritisch ist die Ultraviolett-Strahlung („UV-Strahlung“), also der Teil des Spektrums jenseits von violettem Licht (lat. „ultra“, jenseits) 21.

Abb. 3: Elektromagnetisches Spektrum. Der für den Menschen sichtbare Teil (Licht) ist herausgehoben. Zu den angegebenen Größen: die Wellenlänge von Licht ist hier in Nano­meter (nm) angegeben. 1 nm = 1 Milliardstelmeter = 0,000.000.001 m (grch. „nanos“, Zwerg).

Ein Teil der Sonnenstrahlung wird in der Erdatmosphäre zurückgehalten; ein anderer wird durchgelassen. UV-Strahlung gehört durchaus zu dem Teil, der auf der Erdober­fläche ankommt. Der Körper braucht geringe Mengen davon, um in der Haut Vitamin D herzustellen, das wiederum für den Knochenaufbau benötigt wird. Bedenklich ist es jedoch, stundenlang in der Sonne zu „braten“ oder sich den ganzen Winter im Solarium zu bräunen. Das hat sicherlich nichts mit Körper­pflege zu tun. Es könnte aber ein Grund dafür sein, dass sich die Zahl der Hautkrebs­fälle in den letzten zehn Jahren in Deutsch­land verdoppelt hat 22.

 

Funkstrahlung

Auch Radiowellen sind Teil der Sonnenstrahlung, die die Atmosphäre passiert. Künst­lich erzeugte Radiowellen finden Sie in Abbildung 3 rechts als „Rundfunk“-Wellen.

Funkstrahlung dieser Art wurde bis Anfang der 1990er Jahre hauptsächlich im Freien verbreitet: von Radio- und Fernsehsendern, Polizeifunksendern und Sendeanlagen von Speditionen, Taxizentralen u. ä. Die zunehmende Belastung von Mensch und Natur durch die Funkstrahlung, auch „Elektrosmog“ genannt, war damals ein viel diskutiertes Thema. Sie war der Grund dafür, dass man begann, Radio und Fern­sehen zu verkabeln. Kurz darauf wurde jedoch – für viele völlig überraschend - die Einrichtung flächen­deckender digitaler Mobilfunk-Netze zuge­lassen. Die ersten wurden 1992 in Betrieb genommen.

Der Mobilfunk verwendet den ganz linken Teil des Rundfunkwellen- plus einen Teil des Mikrowellen-Bands. Mobilfunkwellen kommen somit einem Teil des elektro-magneti­schen Spektrums nahe, der in der Atmosphäre ausgefiltert wird 23. Wellenlängen im niedrigen Zentimeter­- und Millimeter-Bereich kommen in der irdischen Lebenssphäre normalerweise nicht vor. Die nächsten „Fenster“ (Bänder des elektromagnetischen Spektrums, die die Atmo­sphäre passieren) gibt es erst wieder für Infrarot-Strahlung (Wärme) und Licht (in der obigen Abbildung weiter links).

Funkstrahlung, wie sie vom Mobilfunk verwendet wird, fördert die Entstehung freier Radikaler in besonderem Maße. Sie stört die Regulations­mechanismen der Zellen, indem sie die Aktivität von Enzymen irritiert, deren Auf­gabe es ist, freie Radikale zu kontrollieren. Zum einen wird das Enzym NADH-Oxidase akti­viert, das der Produktion von freien Radikalen dient. Zum anderen werden Enzyme gehemmt, die freie Radikale abbauen: Hyperoxiddismutase (siehe oben), Gluthationperoxidase und Katalase.

Die Verbreitung des Mobilfunks war ein „erster Dammbruch“, was die Verbreitung von Funkstrahlung betrifft. Bei der Verwendung von „Handys“ waren und sind in erster Linie die Körperstellen gefährdet, die ständig der Strahlung ausgesetzt werden – wenn die Leute das Gerät ständig am Ohr haben oder in der Hosen-tasche tragen. Das Tele­fonieren mit dem Handy ist besonders kritisch im Auto, da die Strahlung zum Teil zurückgehalten wird und den Raum auflädt. Doch immerhin: das Meiste spielte sich immer noch außerhalb der Privatsphäre ab 24. Der Strahlung unmittelbar ausgesetzt war man nur, wenn man das Handy benützte oder am Körper trug.

Das änderte sich mit der Einführung des schnurlosen Telefons (DECT; für „Digital Enhanced Cord­less Tele­phone“, digital verbessertes schnurloses Telefon). Damit holten wir die Mobilfunkmasten zu uns nach Hause. DECT-Basisstationen sind Dauerstrahler wie Mobilfunkmasten und auch im Ruhe­zustand aktiv. Das war der „zweite Damm­bruch“.

Den „dritten“ bewerkstelligten wir mit WLAN-Anschlüssen (WLAN für „Wire­less Local Area Network“, kabelloses lokales Netzwerk) für das Internet. Damit ließen sich lokale Funknetze einrichten, die es einem ermöglichten, sich kabellos mit seinem Lap­top in der ganzen Wohnung zu bewegen und währenddessen im Inter­net zu „surfen“. Heute ist es üblich – anstelle eines verkabelten LAN – ganz unnötigerweise ein WLAN für seinen PC zu verwenden.

Smartphones (engl. eigentlich kluge Telefone) waren der „vierte Dammbruch“. Sie vereinigen Telefonie und Internet-Kommunikation, ohne Schnur und ohne Kabel. Sie ermöglichen es dem Nutzer, ständig und über­all ohne Kabel im Internet unterwegs zu sein und sich über soziale Netzwerke mit anderen auszutauschen.

Alldieweil wurde auch eine Funktechnik für den Nahbereich entwickelt: Bluetooth (engl. Blauzahn: von ihren Erfindern nach einem alten Dänenkönig benannt) 25, 26. Zuerst wurden damit nur verschiedene Geräte wie PC, Maus, Bildschirm, Drucker und Scanner schnurlos miteinander verbunden. In der Zwischenzeit gibt es Fernbedienungen für Autos, Fernsehgeräte, Radios und Stereoanlagen. Das Garagentor, die Heizung, der Zimmerbrunnen und die Wohnzimmerlampe lassen sich bequem auf diese Weise steuern. Es gibt Haushalte, in denen alle elektrische Geräte miteinander vernetzt und per Handy kontrollierbar sind. All diese Anwendungen arbeiten mit Sendern, die mehr oder weniger stark, aber fast immer permanent strahlen.

Was Bluetooth für die Nähe, sind Navigationssysteme für die Ferne. Wir verwenden insbesondere das amerikanische GPS (für „Global Positioning System“, globales Positionierungssystem). Heute gibt jedoch auch europäische, russische und chinesische Systeme. Scharen von Satelliten kreisen dafür um die Erde - an die 20 sind es für das GPS - und bestrahlen uns rund um die Uhr.

DECT, WLAN und Bluetooth funken größtenteils im 2,4-GHz-Band (1 GHz = 1 Giga-Herz = 109 Herz), was schlicht und einfach daran liegt, dass von Rechts wegen jeder die Möglichkeit hat, Sender in diesem Band zu betreiben; für Sender mit geringer Reich­weite ist nicht einmal eine Genehmigung dafür notwendig. 2,4 GHz entsprechen etwa 12 cm Wellen­länge 27. Das GPS sendet seine Signale auf drei verschiedenen Frequenzen – für die zivile Nutzung, die militärische Nutzung und die Luftfahrt. Die Frequenz für die zivile Nutzung beträgt ca. 1,6 GHz, entsprechend einer Wellenlänge von ca. 19 cm. Das ganze spielt sich also im hoch-frequenten bzw. kurzwelligen Mikrowellenbereich ab (siehe obige Abbildung).

Die Bundesregierung empfiehlt zwar, hochfrequente elektro­magnetische Felder nach Möglichkeit zu meiden und herkömmliche Kabelverbindungen zu verwen­den, wenn immer es machbar ist – aber es scheint niemanden zu kümmern. Darüber hinaus sind Grenzwerte hinsicht­lich elektromagnetischer Strahlung völlig anti­quiert und in eigen­tümlicher Weise realitätsfremd, indem sie auf der Erwär­mung von totem Gewe­be durch die Strahlung beruhen. Doch - frei nach einem Grundsatz der Juristen - Unwissenheit schützt vor Schaden nicht.

Man kann sich dem Elektrosmog nicht völlig entziehen. Aber man muss nicht den ganzen Tag an seinem Smartphone herumspielen. Man kann sein Handy auch so benützen, wie es ursprüng­lich gedacht war: für wichtige oder dringende Anrufe. Man kann sein Festnetztelefon und seinen PC nach wie vor mit Schnur und Kabel verwen­den. Für mehr allerdings scheint ein politisches und gesellschaftliches Um-denken notwendig, wenn der besagte Schaden lange genug nicht mehr zu leugnen ist.

 

Eine Hypothese

Freie Radikale sind heute ein wichtiger Einflussfaktor für den Zustand des mensch­lichen wie auch jedes anderen Organismus. Pharmakonzerne haben die ­meisten Bauern davon überzeugt, dass sie ihre giftigen Produkte brauchen. So finden sich Rück­stände von Pflanzengiften und Antibiotika in den Erzeugnissen der konventio­nellen Landwirt­schaft. Die Lebensmittelindustrie verarbeitet sie weiter und verkauft uns min­derwertige Lebensmittel, einschließlich der besagten Pharmaprodukte. Die Freisetzung von Funk­strahlung ist ein Riesengeschäft sowohl für den Staat als auch für die Unternehmen, die die Sender dafür betreiben und die dazugehörige Technik bereitstellen. Vieles davon ist unge­mein praktisch. Und so sind wir dabei, unseren Lebensraum in einer bisher nie dagewesenen Weise zu verändern.

Ein grundsätzliches Problem mit dem oxidativen Stress sind seine diffusen Auswirkun­gen. Das heißt, sie lassen sich nicht ohne weiteres an bestimmten Organen oder Organ­systemen festmachen. Es gibt jedoch Beobachtungen, die solche Auswirkungen auf das Herz-Kreis­lauf-System wahrscheinlich machen.

 

Das Herz-Kreis­lauf-System

Der Blutkreislauf ist das Transportsystem des Körpers. Er gliedert sich in zwei Teil­systeme: den kleinen Kreislauf oder Lungenkreislauf und den großen Kreislauf oder Körperkreislauf. Zentrales Organ ist das Herz (siehe Abbildung 4).

Bestandteile

  • linkes und rechtes Herz
  • Arterien (lat. „arteria“, Arterie, Schlagader): sie führen das Blut vom Herzen fort; auch „Schlagadern“ oder „Pulsadern“, weil in den größeren Arterien der Puls­schlag des Herzens spürbar ist
  • Arteriolen (lat. „arteriola“, Verkleinerungsform von „arteria“): kleine Arterien
  • Kapillaren (lat. „capillus“, Haar): die Schnittstellen zwischen arteriellem und venösem System
  • Venulen (lat. „venula“, Verkleinerungsform von „vena“): kleine Venen
  • Venen (lat. „vena“, Blutader, Vene): führen das Blut zum Herzen zurück

Abb. 4: Schema des menschlichen Herzens mit Anfangs- und Endbahnen von Lungen- und Körper­kreislauf. Beide Kammern haben einen Vorhof, der Druckunterschiede dämpft. Ventile („Klappen“) sichern die Beibehaltung der Strömungsrichtung.

Im Lungenkreislauf gelangt sauerstoffarmes Blut von der rechten Herzkammer über die großen und kleinen Lungenarterien in das Kapillarsystem der Lunge. Dort wird es mit Sauerstoff beladen und über die kleinen und großen Lungenvenen zum Vorhof des linken Herzens zurückgeführt. (Rechts und links beziehen sich auf das subjektive Körperschema. Das heißt, das rechte Herz und die rechte Herzkammer sind da, wo die rechte Hand ist.)

Aus der linken Herzkammer wird das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf gespritzt. Es nimmt seinen Weg durch die Aorta (lat. Schlauch: „Hauptschlagader“), die Organarterien, die Kapillarsysteme der verschiedenen Organe, die Organvenen und die Hohlvenen (hier gibt es zwei: die obere und die untere) zurück zum rechten Vorhof. Die Reise einer roten Blutzelle durch den kleinen und großen Kreislauf dauert etwa eine Minute („Kreis­laufzeit“).

Der Blutkreislauf arbeitet mit ganz unterschiedlichen Drücken. Der Lungenkreislauf ist viel kürzer als der Körperkreislauf. Deshalb genügt ein kleiner Druckunterschied zwischen rechter Herzkammer und linkem Vorhof, um das Blut durch die Lunge fließen zu lassen. Der Druck in der Lungenarterie beträgt nur etwa 1/7 des Drucks in der Aorta.

Die großen Arterien spalten sich in immer kleinere Arterien auf. Deshalb steigt der Widerstand, dem das Blut auf seiner Passage durch den Körperkreislauf ausgesetzt ist, ständig an; und deshalb sinkt umgekehrt der Blutdruck ständig ab.

Die Venen sind den Kapillarsystemen nachgeschaltet, deshalb können keine höheren Drücke mehr entstehen. Der Druck in den Venen wird zum Teil durch Bewegungen der Skelettmuskulatur, die Strömungsrichtung wiederum durch Ventile (Venenklappen) aufrechterhalten. Da die Venen auch einen viel größeren Gesamtquerschnitt als die Arte­rien haben, ist die Fließgeschwindigkeit des Bluts in den Venen viel langsamer. Die Venen enthalten etwa viermal soviel Blut wie die Arterien.

Wenn das Blut in den Wadenvenen versackt, kann es zu einem Schwächeanfall kommen. Es genügt in der Regel, die Beine hochzulegen. Wenn die Venen des Bauchraums erschlaffen, kann soviel Blut in ihnen verbleiben, das der Kreislauf zusammenbricht. (Die erste Maß­nahme des Notarztes wird dann die Auffüllung des Gefäßsystems mit Flüssigkeit mittels Infusion sein.)

Herz und Blutgefäße haben eine gemeinsamen Bauplan, der jedoch aufgrund unter­schiedlicher Funktionen und Drücke verschieden ausgestattet ist.

 

Die Wand besteht aus:

  • einer flachen, bindegewebigen Innenschicht
  • einer muskulären Mittelschicht
  • einer bindegewebigen Außenschicht

 

Die Mittelschicht variiert am meisten. Beim Herzen macht sie fast die ganze Wand aus: den Herzmuskel, in dem die beiden Herzkammern plus Vorhöfe vereint sind.

Die herznahen Arterien müssen besonders elastisch sein, um die unterschiedlichen Drücke, die beim Zusammenziehen und Entspannen der Herzkammern entstehen, ausgleichen zu können. Sie müssen sich während der Austreibungsphase des Herzens dehnen und während der Füllungsphase des Herzens zusammenziehen, um eine konti­nuierliche Blut­strömung zu gewährleisten. Deshalb überwiegt in der Mittelschicht elas­tisches Binde­gewebe, das sich automatisch wechselnden Drücken anpasst, gegen­über nervös gesteuerter Muskulatur.

Die mittleren und kleineren Arterien sind durch reichlich Muskulatur in der Mittel­schicht gekennzeichnet. Die Muskeln sind ringförmig angeordnet und ermöglichen so die (nervös gesteuerte) Erweiterung und Verengung der Gefäße. Die Ringmuskulatur der kleinsten Arteriolen kann das Gefäß vollständig verschließen.

Der Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe erfolgt hauptsächlich in den Kapillaren. Die Kapillarwand besteht deshalb nur aus der inneren der drei Wandschichten. Stoffe treten zum Teil direkt durch die Wand (kleine Teilchen, z. B. Gase oder einfache Ionen); sie werden zum Teil in membranumhüllten Bläschen durch die Wand transpor­tiert (Proteine und Lipide); und sie finden zum Teil ihren Weg durch kleine, vorübergehend geöffnete Spalten (weiße Blutzellen).

Die kleinsten Venulen ähneln in ihrem Aufbau den Kapillaren, haben nur einen etwas größeren Durchmesser. Sie haben keine Muskulatur. Auffällig sind die Zwischenzell­spalten, die den Durchtritt von größeren Partikeln erleichtern.

Die Venen sind ganz ähnlich gebaut wie die Arterien. Die einzelnen Schichten sind jedoch dünner und lockerer, da der Blutdruck niedriger ist. Falten an der Innenschicht, die Venenklappen, sichern an vielen Stellen den Rückstrom des Bluts auch entgegen der Schwerkraft. Die äußere Schicht ist am dicksten. Bindegewebszüge strahlen in das Nachbargewebe ein, um das Gefäß offen zu halten.

Der am Arm auf Höhe des Herzens gemessene Blutdruck ist ein aus verschiedenen Drücken resultierender Druck. Gemessen wird der systolische und der diastolische Druck (Systole: grch. „systole“, das Zusammenziehen; zu „systellein“, zusammenziehen: Zusammenziehen des Herzmuskels; Diastole: grch. „diastole“, das Auseinanderziehen, Ausdehnen; zu „diastellein“, ausdehnen: die sich mit dem Zusammenziehen rhythmisch abwechselnde Ausdehnung des Herzens).

Von arterieller Hypertonie (vom grch. „hyper“, über, über­mäßig + „tonos“, das Anspan­nen; zu „teinein“, spannen, dehnen), auch „erhöhtem Blut­druck“, spricht man bei uns ab Blutdruckwerten von 140 bis 160 mmHg systolisch und 90 bis 95 mmHg diastolisch (Hg: für neulat. „Hydrargyrum“, Quecksilber; mmHg: kurz für „Millimeter Quecksilbersäule“: ein Maß für den Druck; die Bezeichnung ist historisch bedingt, da der Druck früher in der Medizin und anderen Wissenschaften mit einer Quecksilbersäule gemessen wurde). Mit arteri­eller Hypotonie (grch. „hypo“, unter, darunter), auch „niedrigem Blutdruck“, sind Werte unterhalb von 100 (bei Männern auch 110) mmHg systolisch und 60 mmHg diasto­lisch gemeint.

Das kritische Geschehen

Ganz oben auf der Liste der „Volkskrankheiten“ steht die Arteriosklerose (vom lat. „arteria“, Arterie + grch. „skleros“, trocken, spröde, hart) 28. Ablagerungen in und auf den Gefäßwänden führen zu Entzündungen, Verengungen, Wucherungen, Verschlüssen und schließlich Rissen und Lecks in den Arterien.

Die Arteriosklerose lässt sich medikamentös schwer behandeln 3. Medikamente beheben nicht die Gefäßablagerungen; sie sollen vielmehr die Symptome lindern und dras­tischeren Folgen vorbeugen.

Die Ablagerungen bestehen insbesondere aus Cholesterin, Fettsäuren und Calcium 3. Eigenartig dabei ist, dass der menschliche Körper das Cholesterin, das er braucht, zum größten Teil (90 %) selbst herstellt 29. Das sind beim Erwachsenen etwa 1 bis 2 g pro Tag. Nur etwa 0,1 bis 0,3 g pro Tag werden aus der Nahrung absorbiert (vom lat. „absorbere“, aufsaugen, verschlingen): ins Blut aufgenommen. Die Menge lässt sich höchstens auf 0,5 g pro Tag steigern. Das abgelagerte Cholesterin kann also nicht aus der Nahrung stammen.

Wahrscheinlicher ist ein anderer Mechanismus 30. Cholesterin wird, wie andere Fett­stoffe (Lipide) auch, mit speziellen Transportmitteln im Blut transportiert. Es handelt sich im Lipoproteine (vom grch. „lipos“, Fett + Protein: also Fett-Eiweiß-Moleküle). Im Falle des Cholesterins ist es LDL (für engl. „Low Densitiy Lipoprotein“, Lipo­protein geringer Dichte31.

LDL-Moleküle transportieren in der Leber gebildetes Cholesterin durch die Blutbahn, in die Gewebe und zu den Zellen. Cholesterin wird dort als Bestandteil der Zellmembran benö­tigt und ist darüber hinaus Ausgangssubstanz für Gallensäuren und eine ganze Reihe von Hormonen.

Mit Cholesterin beladene LDL-Moleküle können jedoch auf ihrem Weg von freien Radikalen angegriffen werden (hier sind sie wieder). Die Moleküle sind insbesondere an ihren ungesättigten Fettsäuren verletzbar. Ungesättigte Fettsäuren reagieren an ihren Doppelbindungen mit anderen Stoffen. Sie sind deshalb leicht spaltbar, sprich verdau­lich; sie sind deshalb aber auch leicht angreifbar. Vermutlich entreißen freie Radi­kale den ungesättigten Fettsäuren Elektronen und lösen Kettenreaktionen aus, die geschädigte Fettsäuren bzw. LDL-Partikel hinterlassen.

Die Versorgung der Zellen mit Cholesterin ist lebens­wichtig. Deshalb gibt es an nahezu allen Zelltypen LDL-Rezeptoren (lat. „receptor“, Empfänger) 32. Sie sind in der Lage, LDL-Moleküle zu erkennen und in die Zelle zu schleusen, wo Eiweiß- und Fettanteile enzymatisch abge­baut und verarbeitet werden. Die Menge der Rezep­toren wird gewöhnlich bei einem Cholesterin-Mangel in der Zelle erhöht, bei einem Cho­lesterin-Überschuss verringert. Die veränderten LDL-Moleküle jedoch werden nicht mehr von den LDL-Rezeptoren erkannt. Sie vagabun­dieren mit dem Blutstrom durch den Körper.

HDL (für engl. „High Densitiy Lipoprotein“, Lipoprotein hoher Dichte) hat die gegen­teilige Funktion von LDL 33. Während LDL Cholesterin in die Zellen bringt (oder brin­gen sollte), ist es die Aufgabe von HDL, überschüssiges Cholesterin zur Leber zurück­zuschaffen, wo es entsorgt wird. Hohe LDL-Konzentrationen und niedrige HDL-Konzentrationen im Blut zeigen eine unheilvolle Entwicklung an. In einer befremdend-kindlichen Art und Weise wird deshalb oft „böses Cholesterin“ (LDL) von „gutem Cholesterin“ (HDL) unterschieden.

Das beschädigte LDL-Cholesterin lagert sich in die innere Schicht der Gefäßwand ein. Fettsäuren aus überschüssigen und möglicherweise oxidierten Nahrungsfetten kommen dazu. Die Fremdstoffe lösen eine Ent­zündungsreaktion aus, die das Gefäß verengt und Immun­zellen auf den Plan rufen: im Blut patrouillierende Monozyten (vom grch. „monos“, allein + -zyt: vom grch „kytos“, Wölbung, Höhle: Wortendung mit der Bedeu­tung „Zelle“). Sie wan­dern in die innere Schicht der Gefäßwand ein und werden dort zu Makrophagen (vom grch. „makros“, groß + „phagein“, fressen): auch „Riesenfress­zellen“. Sie machen sich unver­züglich daran, sich die LDL-Partikel einzuverleiben. Wenn sie jedoch nicht mehr damit fertig werden, schwellen sie zu Schaumzellen an. Die ersten Fettstreifen bilden sich.  Die Zellschäden ziehen weitere Mono­zyten bzw. Makro­phagen an, mit ihnen lagert sich weite­res Cholesterin ab, usw.

Abgestorbene Schaumzellen werden von Bindegewebe überwuchert, wodurch das Gefäß weiter verengt wird. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einem Muskel­schwund der Mittelschicht. Schließlich wird Calcium eingelagert. Es dürfte vor allem aus hartem Trinkwasser stammen. Das verkalkte Gefäßrohr wird starr und brüchig.

Die erkennbaren Symptome hängen davon ab, in welchen Arterien der Blutfluss behin­dert wird 3. Sind Arterien betroffen, die das Gehirn versorgen, kann es zu Kopf­schmerzen, Schwindel und Sehstörungen kommen. Verkalkungen im Bereich der Nieren führen zu Bluthochdruck. Verkalkungen in den Beinen können Schmerzen in den Beinen und dicke Beine verursachen.

Die verkalkte Gefäßwand wird schlecht ernährt. Das führt zu Geschwüren, auf denen sich Blutgerinsel bilden können. Die Gerinsel können wachsen und allmählich das Gefäß verschließen (siehe Abbildung 5). Der festsitzende Blutpfropf oder Thrombus (vom grch. „thrombos“, Klumpen; Blutpfropf) verursacht eine Thrombose (Gefäß­verschluss). Wenn sich der Thrombus löst, wird er mit dem Blutstrom mitgerissen, bis er in einem engeren Gefäß steckenbleibt. Den eingeschwemmten Thrombus nennt man Embolus (vom grch. „embolos“, Pflock, Pfropf; eigentlich „das Hineingeschobene“) den Vorgang Embolie. Es kommt zu Durchblutungsstörungen („Ischämie“: vom grch. „ischein“, hemmen + „haima“, Blut). Sie betreffen insbesondere Beine und Herz. Das starre Gefäß kann auch brechen und eine heftige Einblutung in Nachbargewebe verur­sachen, z. B. im Gehirn beim Schlaganfall.

Abb. 5: Verschluss einer Arterie im Schema. Die krankhaften Veränderungen sind gelb dargestellt.

Abb. 6: Eröffnete Aorta mit stark arteriosklerotischen Veränderungen.

Verkalkte Arterien im Brustbereich können Stechen in der Brust, Herzschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Angina pectoris hervorrufen (neulat. „Angina pectoris“: eigentlich „Brustenge“: Druck- und Engegefühle in der Brust); und sie können die koronare Herzkrankheit einleiten (koronar: vom lat. „corona“, Kranz: die Herzkranz­gefäße betreffend). Wir verstehen darunter die Stationen der Koronarsklerose bis zum Herzinfarkt (Infarkt: vom lat. „infarctus“, hineingestopft; Part. Perf. von „infarcire“, hineinstopfen). Der Herzinfarkt ist Folge des Verschlusses einer Koronararterie. Teile des Herzmuskels sterben ab. Die Überlebenschancen des Menschen hängen davon ab, an welcher Stelle der Verschluss aufgetreten ist.

Arteriosklerose (Abbildung 6 zeigt ein Präparat aus dem Endstadium) mit all ihren Folgeerscheinungen ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Weitaus die meisten Menschen sterben bei uns an Herz­infarkt.

Die Arteriosklerose ist, wie das Wort sagt, eine Erkrankung der Arterien (nicht der Venen). Ein Grund dafür ist der relativ hohe Druck im arteriellen Teil des Blutkreis­laufs. Probleme in den Venen sind eher gegenläufiger Art. Hier geht es darum, einen genügend hohen Blut­druck aufrechtzuerhalten, um das Blut wieder zum Herzen zurück­laufen zu lassen.

Die Gefäßwand kann bei starker Belastung, z. B. viel Stehen, keiner Bewegung und keiner sportlichen Betätigung, allmählich nachgeben, und die Lichtung wird weiter. Wenn die Segel der Venenklappen beim Aufblähen nicht mehr in Kontakt miteinander kommen, können sie die Umkehr der Strömungsrichtung des Bluts nicht mehr verhin­dern. Das Blut staut sich an, was die Vene noch mehr erweitert. An den Beinen bilden sich Krampfadern (Varizen: vom gleichbed. lat. „varix“, Pl. „varices“), in denen das Blut zeitweilig zum Stillstand kommt. Wo venöses Blut nicht abfließen kann, kann auch kein arterielles Blut nachfließen. So kommt es zu Ernäh­rungsstörungen des Gewebes. Sauer­stoff-Mangel leitet den Untergang von Gewebe ein. Schließlich können Bein­geschwüre (neulat. „Ulcera cruris“) entstehen, die nur schwer wieder abhei­len.

Bei gestörtem Blutabfluss treten auch leicht Venenentzündungen auf (Phlebitis: vom grch. „phlebs“, Gen. „phlebos“, Blutader + -itis, Wortendung mit der Bedeutung „Ent­zündung“). Es bilden sich Blutgerinsel. (Sie können also im arteriellen wie im venösen Teil des Blutkreislaufs entstehen.) Ein solches Gerinsel, das als Thrombus mit dem Blutstrom mitgerissen wird, gelangt über das rechte Herz in die Lungenarterie. Da sich die Arterien ständig verzweigen und kleiner werden, bleibt der Thrombus früher oder später stecken. Die resultierende Lungenembolie ist je nach Umfang des Ausfalls der Lunge für den ganzen Körper ge­fährlich.

 

Abhilfen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trat in Japan und Indonesien eine bis dahin unbekannte Krankheit auf, die mit einem allgemeinen Kräfteverfall einherging 34. Sie wurde aber erst beobachtet, nachdem europäische Reisschälmaschinen eingeführt worden waren. Der polnische Chemiker Casimir Funk vermutete deshalb in der Reis­kleie (die Hülle des Reiskorns) Stoffe, deren Fehlen zu der Krankheit geführt hatte. Jedenfalls fand er eine Substanz darin, mit der sich die Krankheit heilen ließ. Es handel­te sich um ein „Amin“ (eine Art von Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung), und so nannte er den Stoff Vitamin (vom lat. „vita“, Leben + Amin). Das von Funk gefundene Vitamin heißt heute Vitamin B1. Viele weitere Vitamine sind in der Zwischenzeit entdeckt worden.

Vitamine sind Stoffe, die nicht vom Körper hergestellt werden können, sondern mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. (Eine Ausnahme ist Vitamin D. Es wurde bereits als solches bezeichnet, als sich herausstellte, dass es der Körper selbst mit Hilfe  von Sonnenlicht herstellt. Die Bezeichnung wurde bisher beibe-halten.) In manchen Fällen wird nicht das Vitamin selbst, sondern nur eine Vorstufe davon aufgenommen: ein Pro­vitamin (lat. „pro-“, vor-); ein Beispiel ist das Provitamin Beta-Carotin, das der Körper im Bedarfsfall zu Vitamin A umwandelt.

Vitamine gehören zusammen mit sekundären Pflanzenstoffen und Mineral-stoffen zu den Wirkstoffen der Nahrung. (Sekundäre Pflanzenstoffe sind Substanzen, die nur in spezi­ellen Zellen und in kleinen Mengen gebildet werden. Das Besondere an ihnen ist, dass sie für die Pflanze selbst oft keine Bedeutung zu haben scheinen, wohl aber für Lebewesen, z. B. Menschen, die sich davon ernähren.) Im Gegensatz zu den Nähr­stoffen dienen sie nicht der Energie­gewinnung. Sie haben vielmehr Aufgaben, die denen der Enzyme oder Hormone („Botenstoffe“) ähneln. Sie sind an vielen Reaktionen betei­ligt. Eini­ge dienen auch als „Radikalen­fänger“, sprich Antioxidantien 35. Hierzu gehö­ren ins­besondere Vitamin E, Vitamin C und Vitamin A 36, 37, 38.

Diese Vitamine sind in der Lage, die durch freie Radikale ausgelösten Reaktionsketten zu unterbrechen, indem sie Elektronen abgeben, ohne dabei selbst in reaktionsfähige Radikale umgewandelt zu werden. Das Vitamin-E-Molekül lagert sich vor allem an der Zellmembran an, wo es Radikalen entgegenwirkt. Es wird dadurch selbst zu einem Vitamin-E-Radikal. Das ist aber träge genug, dass die Reaktion nicht weiterläuft. Vitamin C ist im übrigen in der Lage, das Vitamin-E-Radikal wieder in ein vollständi­ges Vitamin-E-Molekül umzuwandeln. Vitamin A fängt – ebenso wie Vitamin E - freie Radikale an der Zellmembran ab. Der Grund ist, dass beide Vitamine lipophil sind (mit Fetten reagieren) und die Zellmembran größtenteils aus Fettsäuren besteht. Vitamin C, ein wasser­lösliches Vitamin, verrichtet seine Arbeit im wässrigen Milieu des Körpers.

Die Spurenelemente Selen, Eisen und Zink wirken antioxidativ als Bestandteil ent­sprechender Enzyme. Selen bsw. ist Bestandteil des Enzyms Gluthation-peroxidase (siehe oben). Letztere vervollständigt auch verbrauchtes Vitamin C – ähnlich wie Vitamin C ver­brauchtes Vitamin E.

Forscher der Universität Oxford haben festgestellt, dass die Sterblichkeit an Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen durch die tägliche Einnahme eines Statin-Präparats (Choleste­rin-Senker) nur unwesentlich stärker verringert werden kann als durch den täglichen Ver­zehr eines einzigen Apfels. (Wie wär's mit zwei?). Sie schreiben diesen Effekt der stark antioxidativen Wirkung von Flavonoiden zu: sekundären Pflanzenstoffen der Apfel­schale.

 

Quellen

Antioxidative Substanzen sind in erster Linie in Pflanzen enthalten. Sie sind in Obst, Gemüse, Beeren, Getreide, Kräutern, Gräsern und Gewürzen zu finden.

Vitamin E (besser Vitamin-E-Komplex) ist in pflanzlichen Ölen, besonders Keimölen, enthalten. Das beste Vitamin E dürfte im Öl der Palmfrucht zu finden sein. Eine gute Quelle für Vitamin C sind Acerola-Kirschen, Hagebutten, Sanddorn und Zitrusfrüchte, aber auch roter Papri­ka, Zwiebeln, Spinat, Brokkoli und vieles mehr. Vitamin A kommt in der Tierleber und in Milchprodukten vor; das günstigere Beta-Carotin ist pflanzlicher Herkunft. Die besten Quellen sind tiefgelbe bis orange Früchte und Gemüsesorten, z. B. Karotten, Aprikosen und Pfirsiche, aber auch dunkelgrünes Gemüse, wie Spinat, Broc­coli und Kresse. Selen kommt in Nüssen, Hülsenfrüchten, Getreide, aber auch Fleisch und Fisch vor. Die Frage ist natürlich jeweils, inwieweit es im nährenden Boden der Pflanze bzw. im Tierfutter vorhanden ist.

Vitamine kann man auch in Form von Nahrungsergänzungen zu sich nehmen. Zu beachten ist allerdings, dass es sich dabei tatsächlich um Vitamine handelt: um Pflan­zenauszüge mit diesen Inhalten und nicht etwa um künstlich hergestellte, isolierte Pseudo-Vitamine. Letztere haben sich oft genug als wertlos oder gar schädlich erwie­sen. Sie haben (tatsächliche) Nahrungsergänzungen – bei Missachtung des Unter­schieds - gar in Ver­ruf gebracht.

Last, not least: Wasser und Öl sind die stofflichen Grundlagen des Körpers. Gutes Wasser ist leicht reduzierendes, sprich antioxidatives, Wasser. Gute Öle sind pflanzliche Öle mit ausreichenden Mengen an ungesättigten Fettsäuren. Öle dieser Art haben besonders viel Vitamin E.

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Krankheiten entstehen nicht von selber. Krankheiten werden gemacht. Krankheiten entwickeln sich nicht zufällig und rätselhafterweise, um schließlich in Gestalt akuter Symptome zutage zu treten. Der Körper wird so lange misshandelt, bis er krank ist.

Medikamente heilen keine Krankheiten. Der Körper repariert Schäden – im Rahmen biologischer Grenzen – selbsttätig und automatisch. Medikamente können ihm nur dabei helfen. Deshalb helfen die besten Medikamente nicht oder nicht auf Dauer, so­lange man nicht unterlässt, was sie notwendig gemacht hat.

 

Literatur

Bergher, Jose (1978). Der physische Weg zu Gesundheit. Jose Bergher, P. O. Box 1265, Cathedral Station, New York, N. Y. 10025, 2. Aufl.

Birbaumer, Nils & Schmidt, Robert F. (1991). Biologische Psychologie. Berlin, Heidel­berg: Springer, 2. Aufl.

Bircher, Ralph (2010). Geheimarchiv der Ernährungslehre. Rottenburg: Kopp, 13. Aufl.

Lippert, Herbert (2000). Lehrbuch Anatomie. München, Jena: Urban & Fischer, 5. Aufl.

Saloga, J., Klimek, L., Buhl, R., Mann, W. & Knop, J. (2006). Allergologie-Handbuch, Grundlagen und klinische Praxis. Stuttgart: Schattauer.

 

Zeitschriften

„Natur & Gesundheit“, 05/2014. Warum Sie täglich mindestens einen Apfel essen sollten.

Verein zum Schutz der Bevölkerung vor Elektrosmog e. V. Stuttgart (2009). Zellen im Strahlenstress. Warum Mobilfunkstrahlung krank macht. Eckpunkte internationaler Mobilfunkforschung.

 

Bilder

Abbildung 2, 3, 4, 5 und 6 unterliegen der Gemeinfreiheit („Public Domain“)

Autor von Abbildung 2 ist Chafer Machinery - Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47583225

Autoren von Abbildung 3 sind Horst Frank/Phrood/Anony:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/15/Electromagnetic_spectrum_c.svg

Autor von Abbildung 4 ist Jakov:

http://de.wikipedia.org/wiki/User:Jakov?rdfrom=commons:User:Jakov

Autor von Abbildung 5 ist Alex:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGefaessverschluss.svg

Autor von Abbildung 6:

http://phil.cdc.gov/phil_images/20030718/11/PHIL_846_lores.jpg

 

 

Video

V1 https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=iXHj1b0lajA

 

Web-Links

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Periodensystem

2 Aerobe Atmung – Wikipedia

3 http://www.heilpraxisnet.de/krankheiten/arterienverkalkung.php

4 Hyperoxide – Wikipedia

5 Hydroxyl-Radikal – Wikipedia

6 http://de.wikipedia.org/wiki/Enzym

7 http://de.wikipedia.org/wiki/Superoxiddismutase

8 http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffperoxid

9 http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/hyperoxid/33358

10 Theorie der freien Radikale – Wikipedia

11 http://www.medizinpopulaer.at/archiv/medizin-vorsorge/details/article/freie-radikale-wenn-der-mensch rostet.html

12 http://de.wikipedia.org/wiki/Radikale_(Chemie)

13 http://de.wikipedia.org/wiki/Pestizid

14 http://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenschutzmittel

15 http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4dlingsbek%C3%A4mpfung

16 http://www.zentrum-der-gesundheit.de/antioxidantien-ia.html

17 http://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat

18 http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/l-j-devon/die-seltsame-geschichte-des-glyphosats-der-chemischen-ursache-unserer-heutigen-krankheit.html

19 http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/antibiotikamissbrauch-in-der-hahnchenmast

20 http://de.wikipedia.org/wiki/Tabakzusatzstoff

21 http://de.wikipedia.org/wiki/Elektromagnetisches_Spektrum

22 http://de.wikipedia.org/wiki/Hautkrebs

23 http://de.wikipedia.org/wiki/Atmosph%C3%A4risches_Fenster

24 http://www.elektrosmog-und-gesundheit.de/2011/05/schnurlostelefon-wlan-bluetooth-lte-wo-ist-das-problem/#more-133

25 http://www.tomshardware.de/bluetooth-grundlagen,testberichte-956.html

26 http://www.tomshardware.de/bluetooth-grundlagen,testberichte-956-2.html

27 http://www.sengpielaudio.com/Rechner-Radiofrequenz.htm

28 http://de.wikipedia.org/wiki/Arteriosklerose

29 https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&es_th=1&ie=UTF-8#q=cholesterin

30 http://www.zentrum-der-gesundheit.de/pdf/weizengras-saft-ia_04.pdf

31 http://de.wikipedia.org/wiki/Low_Density_Lipoprotein

32 http://de.wikipedia.org/wiki/LDL-Rezeptor

33 http://de.wikipedia.org/wiki/High_Density_Lipoprotein

34 http://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin

35 http://de.wikipedia.org/wiki/Antioxidans

36 http://de.wikipedia.org/wiki/Tocopherol

37 http://de.wikipedia.org/wiki/Ascorbins%C3%A4ure

38 http://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_A

39 http://www.gulli.com/news/25584-studie-zeigt-dass-daempfe-von-e-zigaretten-das-immunsystem-von-maeusen-schaedigen-2015-02-06

40 http://www.chemie.de/lexikon/Propylenglykol.html

41 https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Lebensmittelzusatzstoffe

42 http://www.psoriasis-schulz-uwe.de/Allergiestoffe/allergiestoffe.html

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