Ernährung

Eine Artikelreihe über die Ernährung

 

Vorwort

Die grundlegende Vorgehensweise mentaler Technologie sollte darin bestehen, Pro­bleme in der Reihen­folge ihrer Relevanz und Zugänglichkeit aufzu­greifen und in Ord­nung zu bringen. So macht es natürlich wenig Sinn, sich mit mentalen, seelischen oder geisti­gen Din­gen beschäftigen zu wollen, während man noch dabei ist, seinen Körper mittels Stan­dardernährung zu ruinieren. Auf diese Weise wurde die Ernäh­rung so etwas wie „Stufe 0“ meines Konzepts mentaler Techno­logie. Die vorliegende Artikelreihe ist Ergebnis langjähriger Recherche und Forschung dazu. Ich habe versucht, alles so aufzu­schreiben, dass Sie damit gewinnen können. Verein­fachungen haben noch nie jemandem genützt. Deshalb habe ich versucht, wissen­schaftlich und doch allgemeinverständlich zu schreiben. Ich habe aber bemerkt, dass sich einige dennoch schwer damit tun. Deshalb gibt es nun im folgen­den Zusammen­fassungen der einzelnen Artikel. Sie sollen zu den Artikeln hinführen, aber kein Ersatz für sie sein. Sie sollen Ihnen die Lektüre erleich­tern; die volle Informa­tion ist aber nur in den Artikeln selbst enthalten.

 

Nr. 1: Aller Anfang ist schwer

Schon in den 30-er Jahren des letzten Jahrhun­derts wiesen Ärzte eindringlich darauf hin, wie schnell sich eine Reihe von Krankheiten verbreitet hatte. Zivilisationskrank­heiten nannte man sie nun. Sie appel­lierten an ihre Regierung, eine Ernährungs­wissenschaft ins Leben zu rufen, um die Situation unter Kontrolle zu brin­gen; und sie wandten sich an die Lebensmittelindustrie, um sie dazu zu bewegen, den Leuten vernünf­tige Lebens­mittel zu verkaufen. Doch es änderte sich nicht viel. In der Zwischenzeit haben wir uns an die besagten Zivilisations­krankheiten gewöhnt. Und so ist es nicht verwunderlich, wenn sich die heutigen Ernäh­rungsgewohnheiten bei genaue­rem Hinsehen als Kata­strophe herausstellen. (4 Seiten.)

 

Nr. 2: Das fehlende Stück Realität

Es gibt eine Menge von Krankheiten, die man früher nicht oder kaum kannte, wobei für die meisten immer noch gilt: „Ursache unbekannt“. Sie sind mehr oder weniger gut „behandelbar“, aber „nicht heilbar“. Der Medizin ist dafür kein Vorwurf zu machen. Sie entstand aus der Notwen­digkeit her­aus, Verletzungen und Krank­heiten zu behandeln, die bereits eingetreten waren. Sie war von Anfang an für den Notfall gedacht; und so befasst sie sich von Haus aus weniger mit Ursachen als Symptomen. Doch da sich die Leute gewöhnlich erst um ihren Körper kümmern, wenn ein solcher Notfall einge­treten ist, hat sich ein überdimensioniertes Gesundheitssystem ent­wickelt - das schließlich zu einem „Krankheitssystem“ geworden ist. Wäre man tatsächlich an kör­perlicher Gesund­heit interessiert, so wäre nichts naheliegender, als sich mit der Ernährung zu beschäf­tigen. Doch eine Notwendigkeit dafür wird im allgemeinen nicht gesehen. (4 Seiten.)

 

Nr. 3: Der Stoff, aus dem das Leben kommt

Alle Lebensformen sind wässrige Systeme. Ihre Körper bestehen zum größten Teil aus Was­ser. Beim erwachsenen Menschen sind es 75 %, beim Neugeborenen bis zu 90, beim greisen Menschen noch 60. Die Qualität des Trinkwassers hat deshalb eigentlich höchste Priorität. In diesem Sinne beauftragte die französische Regierung Louis-Claude Vincent zwi­schen 1950 und 1974, das französische Trinkwasser zu unter­suchen. Er stellte fest, dass die Krankheits- und Sterblichkeitsraten in Städ­ten mit mineralstoff­armem, „wei­chem“ Wasser viel geringer waren als in Städten mit stark minerali­siertem, „hartem“ Wasser. Eine Erklärung dafür liefert die Struktur des Wassermoleküls. Sie ist dafür verantwortlich, dass Wasser eine Art magne­tischer Netze bildet. Je mehr an Mineralien sich darin befin­det, desto kraftloser ist das Wasser, und umgekehrt. Mineral­stoffarmes Wasser hat deshalb die Fähigkeit, Stoffe im Körper aufzugreifen, um sie entweder dorthin zu trans­portieren, wo sie gebraucht wer­den, oder über die Nieren auszuleiten. Mineralien, die das Wasser enthält – das meiste davon ist gewöhnlich Kalk – ist kaum für den Kör­per ver­wertbar. Sie setzen sich aber in Blutgefäßen und Hohl­organen ab, wo sie zu Grieß und Steinen und Arterio­sklerose („Arte­rienverkalkung“) beitragen. Was­ser ist kein Nahrungs­mittel, son­dern das allgemeine Reagenz­medium des Körpers: der Stoff, in dem die meisten ande­ren Stoffe mit­einander reagieren. Deshalb ist geeignetes Wasser ein unentbehrlicher erster Schritt, um seine körperliche Verfassung zu ver­bessern. (30 Seiten.)

Nr. 4: Der Mensch, das vermeintliche Raubtier

C. D. de Langen hatte 20 Jahre lang das Zen­tralkrankenhaus in Batavia, dem heutigen Djakarta (auf Java/Indonesien), geleitet und war danach 10 Jahre lang als Professor an der Universität Utrecht tätig gewesen, als er 1957 sein Klinisches Panorama der Über­ernährung schrieb. Er hatte beobachtet, wie entsetzlich krank die Niederländer – und die Europäer überhaupt - im Vergleich mit der damals noch weitgehend von der Zivili­sation unberührten Bevölkerung Javas waren. Die Hauptursache dafür sah er in der Ernährung. In Europa herrschte Überer-nährung; und überall gab es bei wachsendem Wohlstand eine Verschiebung von der Stärkenahrung zur Eiweiß- und Fettkost und von pflanz­licher zu tierischer Nahrung. Überernährung ist jedoch eine Belastung für den Körper; und der Mensch ist mit Sicherheit kein Fleischfresser. Tierisches Eiweiß ist daher schwer verdaulich für ihn. Ein besonderes Problem stellt der anfallende Harnstoff dar. Johanna Budwig erkannte den Wert der „ungesät­tigten Fettsäuren“ - und diese sind in erster Linie in pflanzlichen Ölen ent­halten. Eine Menge an Problemen entstehen darüber hinaus, wenn man Öle oder Eiweiße zu sehr erhitzt – was einen nicht zu verwundern braucht, da die Erhitzung von Nahrung sicherlich kein natürliches Verhalten ist. Der Mensch ist jedenfalls das einzige Lebewesen, das seine Nahrung erhitzt. Fett­säuren, gerade die aus pflanzlichen Ölen, ändern dabei ihre Struktur. Wenn sie in die Zell­membranen des Körpers ein­gebaut werden – die in erster Linie aus Fettsäuren bestehen – verringern sie deren Elas­tizität und damit Lebendigkeit. Hoch erhitzte Eiweiße entwickeln zusammen mit Kohlen­hydraten Duft- und Röststoffe, die gewöhnlich schwer verdau­lich, teilweise als Krebs erregend bekannt sind. (28 Seiten.)

 

Nr. 5: Eine ganz gewöhnliche Art von Stress

Sauerstoff ist überaus reaktionsfreudig – was sicherlich einer der Gründe dafür ist, dass die Natur ihn für die tierische Atmung verwendet. Besonders reaktionsfreudig oder aggressiv sind einige Varianten des gewöhnlichen Sauerstoffs. Freie Radikale nennen wir sie. Ihnen fehlen Elektronen, weshalb sie versuchen, allem und jedem Elektronen zu entreißen, womit sie in Kontakt kommen. Die Stoffe, mit denen sie reagieren, werden dadurch ihrerseits zu Radikalen. Auf diese Weise können Kettenreaktionen ablaufen, bei denen Elektronen fortwährend ihre Besitzer wechseln. Wir sprechen von „oxidativem Stress“, wenn solche Reaktionen im Körper ablaufen. Die Reaktion schwächt sich zwar langsam ab, bis sie jedoch endgültig zum Stillstand kommt, können zahllose Zellen geschädigt werden. Geringe Mengen freier Radikaler entstehen natürlicherweise im Stoffwechsel der Zellen. Sie stellen jedoch kein Problem für die Abwehrmechanismen der Zelle dar. Weitere, weniger natürliche Quellen sind Pesti­zide und Antibiotika. Es sind Gifte; und sie wirken auch als Bestandteile der Industriekost nicht wesentlich anders. Erstaunliche Mengen an freien Radikalen werden auch mit dem Zigaretten­rauch aufge­nommen – was Rauchern ihre typische Blässe verleiht. Elektromagnetische Strah­lung, wie sie von Radio-, Fernseh- und Mobilfunksendern, schnur­losen Haus­telefonen, WLAN und Bluetooth produziert wird, greift tief in den Zellstoffwechsel ein, indem sie die Neutralisierung freier Radikaler behindert und ihre Schaffung fördert. Auch wenn das Thema „Elektrosmog“ zu Zeiten des Schnurlos-Hypes völlig ignoriert wird, so ändert das nichts - aber auch gar nichts - an seiner Wirkung auf den Menschen. (17 Seiten.)

 

Nr. 6: Seltsame Vorlieben

Kuhmilch enthält wie jegliche Milch Lactose („Milchzucker“). Neugeborene Säuge­tiere produzieren während ihrer Stillzeit ein Enzym (einen Hilfsstoff), genannt Lactase (mit zwei „a“), mit dem sie in der Lage sind, die Lactose der Muttermilch in verwert­baren Zucker zu spalten. Danach stellen sie die Produktion des Enzyms mehr oder weniger ein. Wenn sie dann noch Muttermilch, welcher Herkunft auch immer, zu sich nehmen, haben sie natürlich ein Problem. Die Lactose dümpelt im Dickdarm umher, verursacht Blähungen und übel riechende Winde. Das ist jedoch nicht das eigentliche Problem mit der Kuh­milch. Eigentlich ist es unsinnig, überhaupt von „Lactose-Unverträglichkeit“ zu sprechen. Wes­halb sollte ein erwachsener Mensch Muttermilch zu sich nehmen? Das eigentliche Problem ist, dass es artfremde Muttermilch ist. Es ist die Muttermilch von Wiederkäuern. Deshalb kann Kuhmilch für Neugeborene von Nicht­wiederkäuern, z. B. Menschen, tödlich sein. Kuhmilch enthält ungefähr 25 Proteine, die alle­samt allergen (potentiell Allergien auslösend) sind. Am bekanntesten ist das Kasein, das zusätzlich als Kleber wirkt. Das sind die Ursachen der Kuhmilchall­ergie. Ihre Symptome treten gehäuft im ersten Lebensjahr auf - wenn die Säuglings­milchnahrung eingeführt wird. Sie ist Ausgangspunkt anderer Allergien, z. B. gegen Erd­nüsse, Haselnüsse, Erd­beeren, Karotten, Sellerie usw. Kuhmilch enthält eine Menge Calcium. Letzteres ist aber kaum für den Menschen verwertbar, da es an Proteine gebunden ist. Die Prote­ine wiederum sind sauer (sie bestehen aus Aminosäuren), und es braucht eine ähnliche Menge Basen, um sie zugunsten des Säure-Basen-Gleichgewichts zu neutrali­sieren. Das größte Basendepot des Körpers aber liegt in den Knochen und besteht aus deren Cal­cium. Deshalb wird den Knochen um so mehr Calcium entzogen, je mehr an Milch, Käse, Joghurt, Quark, Milchspeisen, Sahnetorten, Kakao, Schokolade, Schoko­riegeln usw. verzehrt wird. Die unvollständig verdauten Proteine verkleben die Darm­wand und behindern die Auf­nahme von Nähr- und Wirkstoffen. Die Liste der Milch­krankheiten ist lang. Da die Kuh­milch von heute zum großen Teil von trächtigen Kühen stammt und deshalb voll von Hormonen ist, die eine weitere Befruchtung verhindern sollen – und mit den ent­sprechenden menschlichen Hormonen identisch sind -, wirkt sie wahrschein­lich auch als Ver­hütungsmittel. (27 Seiten.)

 

Nr. 7: Vom Hungerleiden

Willem-Karel Dicke war medizinischer Direktor der Juliana-Kinderklinik in Den Haag und später der Wilhelmina-Kinderklinik in Utrecht. Sein Lebenswerk galt der Erfor­schung der Zöliakie (vom grch. „koilia“, Bauch; eigentlich also „Bauchkrankheit“). Die Krankheit fängt (wiederum) meist im frühen Kindesalter an, wenn man mit der Zufütte­rung der Erwachsenenkost beginnt. Die Symptome sind Bauchschmerzen, chronische Durch­fälle, häufiges Erbrechen, Appetit-losigkeit, Müdigkeit. Die Kinder sind quengelig, nehmen oft wenig an Gewicht zu, später kann das Längenwachstum zurückbleiben. Bei Jugend­lichen und Erwachsenen sind die Symptome weniger ausgeprägt. Es gibt auch unauf­fällige Formen mit diffusen Beschwerden, wie chronischer Müdigkeit, Kraftlosig­keit oder Nervosität. Dicke zeigte in Langzeit­studien, dass zöliakiekranke Kinder mit weizenfreier Diät an Gewicht zulegten und die normale Körpergröße gesunder Kinder erreichten. 1953 fand er zusammen mit Kollegen heraus, dass eine Komponente des Glutens (vom lat. „gluten“, Leim) für die mangelnde Nahrungsauf­nahme und all die nachfolgenden Probleme der Zöliakie verant­wortlich ist. Es handelt sich um ein Kle­bereiweiß, das insbesondere im Weizen enthalten ist. Es gerinnt beim Backen und sorgt dafür, dass das fertige Gebäck seine Form – mit den typischen kleinen Luftbläschen darin – beibe­hält. Deshalb wird Gluten als so „entscheidend für die Backeigen­schaften des Mehls“ betrachtet; und deshalb dominiert Weizenmehl die Backstuben und die Ferti­gungshallen der Groß­bäckereien. Da der menschliche Magen den Kleber nicht verdauen kann, kommt es leicht zu Über­säuerung und damit Sodbrennen und Magen­entzündungen. Der Kleber passiert den Magen mehr oder weniger unverdaut und gelangt in den Dünn­darm. Verklebungen und Schädigungen der Dünndarm-schleimhaut führen zur man­gelnden Absorp­tion der Nahrungsbestandteile und allmäh­lich zur Aus­hungerung des Körpers – während das Körpergewicht, z. B. durch Fetteinlagerungen, gleichzeitig meist zunimmt. Gluten dringt in die Darmwand, wodurch ein Enzym (Gewebstransglutaminase) aktiviert wird, das die kritische Gluten-Komponente (Glia­din) abbaut. Die teilweise gifti­gen Abbau-produkte verteilen sich über die Darmschleim­haut und lösen eine komplexe Immunreaktion aus, an deren Ende großflächige Schäden stehen. Letztere können beinhalten, dass die Darm­zotten (kleine fingerförmige Aus­stülpungen der Darmwand, durch die Nahrungs­bestandteile ins Blut aufgenommen werden) verschwinden. In diesem Fall sondern die Darmzellen ein Hormon ab, das die natürlichen Darmbarrieren öffnet. Das ist sozusagen „Plan B“ des Dünn­darms, um an Nahrung zu gelangen. Der Plan hat auch einen Namen: das Leaky Gut Syndrom (engl. „leaky gut“, löchriger Darm). Der Nachteil dabei ist, dass die Tore nicht nur für das geöffnet werden, was der Körper braucht, sondern auch für das, was sie eigentlich fern­halten sollten. Während man die Zöliakie früher als über­aus seltene Krankheit betrach­tete, haben moderne Untersuchungsmethoden gezeigt, dass manche Leute kaum noch Zotten im Darm haben und dennoch über keine oder nur unspezifische Symptome klagen. Die Tatsache, dass nur ein Teil der Zöliakiekranken die typischen Symptome der Zöliakie zeigen, ist in der einschlägigen Literatur als „Eisberg­phänomen“ bekannt geworden. (Seit 2018 ist ein Medikament auf dem Markt, das die Löcher im Darm ver­schließen soll – was natürlich die Frage nach einem „Plan C“ des Darms aufwirft.) Weitere Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts könnten damit in Verbindung stehen. (12 Seiten.)

 

Nr. 8: Vom Preis der Ignoranz

Ein Mensch ohne Immunsystem wäre wie ein Land ohne Armee – nur dass ein Mensch ohne Immunsystem kaum ein paar Tage überleben könnte. Es wäre also wichtig für ihn, sein Immunsystem zu kennen und zu wissen, wie er mit dessen Reaktionen (oder „Fehlermeldungen“) umgehen sollte. Reaktionen des Immun-systems zu ignorieren heißt, es im Stich zu lassen – was jedoch die Regel ist. Allein die moderne Industrie­kost ist so denaturiert (unnatürlich), dass sie das Immunsystem ständig in Atem hält. So hat es oft nur noch die Möglichkeit, sich im Schlaf zu erholen; und wenn ihm das nicht mehr gelingt, muss es die Waffen strecken. Allergien sind Reaktionen auf körperfremde giftige Stoffe in Form von Entzündungen, Verkrampfungen, erhöhter Flüssigkeitsab­sonderung u. ä. Kuh-milch- und Weizenallergien sind die häufigsten Allergien. Sie genera­lisieren jedoch oft, so dass die Leute am Ende allergisch gegen alles Mögliche sind. Autoimmun-Reaktionen werden gewöhnlich so interpretiert, als würde ein verrücktes Immunsystem körpereigene Zellen angreifen – so im Falle (einer Form) der chronischen Gastritis („Magenentzündung“), Zöliakie (siehe Nr. 7: Vom Hungerleiden), Diabetes mellitus, Typ 1 („Kinder-Diabetes“), Rheuma usw. Sullivan Krispin konnte das glücklicher­weise als „üble Nachrede“ identifizieren. Die entscheidende Rolle dabei spielen allem Anschein nach Lektine (vom lat. „legere“, auswählen; sie erhielten ihre Bezeichnung, weil sie sich verwenden lassen, um rote Blutzellen den verschiedenen Blutgruppen zuzuordnen). Es sind Stoffe, die u. a. von Pflanzen als Fraßschutz verwen­det werden. Sie schädigen oder zerstören Zellen, die dann vom Immunsystem beseitigt werden. Tatsächlich enthält jegliche Nahrung Lektine verschiedener Art in verschie­denen Mengen. Die meisten sind harmlos, manche aber giftig. Die hauptsächlichen Quellen giftiger Lektine sind allesamt Lebensmittel, die dafür bekannt sind, Allergien hervor-zurufen. John Symes nennt als wichtigste Milch, glutenhaltiges Getreide, Soja und (bestimmte Arten von) Mais. Wenn das Immunsystem selbst untergeht, kann es zum Lymphknotenkrebs kommen. Wenn es nicht mehr mit der Produktion weißer Blutzellen (Immunzellen) nachkommt, droht eine Leukämie. Es kommt zu einer hektischen Vermehrung insbeson­dere funktionsuntüch­tiger Vorstufen der Zellen, in deren Folge die Produktion aller anderen Blutzellen ein­gestellt wird. (30 Seiten.)

 

Nr. 9: Homo sapiens - der weise Mensch

Tiere leben gewöhnlich von frischer Nahrung. Der Mensch versucht, Nahrung haltbar zu machen, um auch dann zu essen zu haben, wenn die Umgebung nichts dergleichen hergibt: ein Grund, weshalb wir ihn auch „Homo sapiens“ (lat. „der weise Mensch“) nennen (was etwas übertrieben scheint). Er hat verschiedene Methoden dafür gefunden. Eine ist die Isolierung von Stoffen, z. B. im weißen Mehl. Es ist zwar haltbarer als Vollkornmehl, es hat aber auch keinerlei (verdauliche) Eiweiße, Fette, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe mehr. Es enthält nur noch Stärke, die durch (unverdauliche) Klebereiweiße (Gluten) zusammen-gehalten wird. In Zuckerfabriken wird Zucker­rüben im heißen Wasser der Zucker entzogen, Nichtzuckerstoffe werden entfernt, der Saft wird verdampft, eingedickt und gekocht, bis sich Zuckerkristalle bilden. Sie werden in der Zentrifuge vom restlichen Sirup getrennt; und man erhält die Raffi­nade: den üblichen Haushaltszucker. Er ist so tot, dass er kein Verfallsdatum braucht. Und da er – im Gegensatz zu rohem Zucker – sofort ins Blut aufgenommen wird, lässt er den Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren. Salz wird schon seit langer Zeit als Kon­servierungs- und Geschmacksstoff verwendet. Meersalz und Steinsalz haben in etwa die gleiche Zusammensetzung (Steinsalz ist ja vormaliges Meersalz). Es enthält eine ganze Menge von Stoffen. Bei der Gewinnung von Speisesalz bleiben üblicher­weise jedoch nur zwei davon übrig: Natrium und Chlor (Natriumchlorid). Sie sind seit langem bekannt dafür, den Blutdruck in die Höhe zu treiben und damit zu Herz/Kreis­lauf-Erkrankungen beizutragen. Eine weitere Methode, Lebensmittel haltbar zu machen, ist die Erhitzung. Sie zielt darauf ab, Mikroorganismen, die für den Verderb von Lebens­mitteln verantwortlich sind - Bak­terien, Hefen oder Schimmelpilze -, ab­zutöten. Natür­lich werden dadurch nicht nur Mikroorganismen, sondern auch die Lebens­mittel selbst mehr oder weniger zerstört. Sie verlieren ihren Geschmack oder bekommen einen neuen, künstlichen Geschmack. Sie sind in jedem Fall mehr oder weniger denaturiert (vom lat. „de“, von, von … weg; ent- + „natura“, Natur). Derlei Industriekost wird gewöhnlich mit einer ganzen Reihe von Zusatzstoffen ver­sehen, um ihr Geschmack zu geben und sie ansehnlich und nicht zuletzt haltbar zu machen: Backtriebmittel, Farb­stoffe, Festigungsmittel, Geliermittel, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Säuerungsmittel, Schaummittel, Schaumverhüter, Stabili­satoren, Süßungsmittel, Ver­dickungsmittel, Feuchthalte­mittel und einiges mehr. Über 300 Lebensmittelzusatz­stoffe sind heute in der EU zugelassen. Allen ist Unbedenklichkeit attestiert; sonst wären sie nicht zugelassen. Einige davon jedoch haben es in sich, z. B. Aspartat (Aspa­raginsäure) und Glutamat (Glutaminsäure). Aspartat wird als Süßungsmittel, Glutamat als Geschmacks-verstärker verwendet. Glutamat fällt auch als Abbauprodukt von Weizen, Milch, Soja und (einigen Arten von) Mais an. Glutamat und Aspartat sind zugleich die beiden hauptsächlichen verstärkenden Überträgerstoffe des Zentralen Nerven-systems (die elektrische Impulse von einem Nerv zum anderen übertragen und dabei verstärken). John Symes schreibt: „Eine meiner ersten und dramatischsten Ent­deckungen … in Sachen Ernährung war, wie phantastisch Fälle von idiopathischer <„echter“, nicht bsw. durch Verletzungen bedingter> Epilepsie auf bestimmte Aus­schlussdiäten ansprechen ...“. Die Rede ist von seiner „Glutamat/Aspartat-reduzierten Diät“. Das Nervensystem hat zwei Teil­systeme. Das sensorische Nervensystem ver­mittelt Wahrnehmung und Denken, das motorische Nervensystem Bewegung. Ihr Unter­gang zeigt sich in der Demenz und in der Unbeweglichkeit („Gehwagen-Syndrom“): den beiden Formenkreisen der moder­nen Degeneration. Hier scheinen ihre Wurzeln zu legen. (61 Seiten.)

 

Nachwort

Die christliche Kirche ließ ungefähr eineinhalb Jahrtausende keine Wissenschaft zu. Ihr Glaube war Pflicht; und ihr Glaube war es, der die Realität Europas prägte. Als die Macht der Kirche schwand, begannen die Leute wieder nach Wissen zu suchen. Grund­sätzlich aber gibt es zwei Wege, um zu Wissen zu gelangen: denken und beobach­ten – Theorie und Erfahrung. Philosophen und Wissen-schaftler stritten ausgiebig darüber, welcher Weg der bessere sei. Immanuel Kant (1724-1804) schlichtete den Streit. Er stellte fest, dass die Erfahrung der Lehrmeister sein muss, der aber einen Schüler braucht, der bereits mit Erfahrungen umgehen, sprich denken, kann. Mit anderen Worten, ohne Denken keine (sinnvolle) Beobachtung, ohne Theorie keine Erfahrung (die einen weiterbrächte). Den Wissenschaftlern der frühen Neuzeit aber war alles verhasst, was der Beobachtung in irgendeiner Weise vorauszugehen scheint. So schüt­teten sie das Kind mit dem Bade aus: das Denken mit dem Glauben. Die Beobachtung wurde zum Königsweg der Wissenschaften: die Beobachtung und die anschließende Auswertung dessen, was man beobachtet hat - und oft hat es den Anschein, als ob die Leute tatsächlich nicht mehr denken könnten. Auf diese Weise gibt es „wissenschaft­liche Studien“, die „beweisen“, dass glutenfreie Kost autistisches Verhalten nicht ver­ändert oder Chaoten die besseren Führungskräfte sind. „Erst denken, dann reden!“, sagt der Volksmund. „Erst eine Theorie formulieren, dann eine Annahme (eine „Hypothese“) aus ihr ableiten und dann die Annahme in einer Studie untersuchen!“, sagt eine ver­nünftige Methodenlehre. Damit bekommen wir Ergebnisse, z. B. der Ernährungswissen­schaft, die den Leuten tatsächlich helfen – die ihnen helfen, gesund und glücklich zu sein oder werden.

 

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